Medikamente helfen bei Burnout kaum

Burnout auf Drogen macht auch keinen Spaß

MEDIKAMENTE UND DROGEN. WO IST DER UNTERSCHIED?

Bin ich verrückt? Und wenn ja, ist verrückt das neue Normal? Wenn nicht, was soll der Bullshit mit diesem Burnout? Ich bin nicht krank, dennoch erhalte ich Medikamente. Was jetzt?

Medikamente für mehr Persönlichkeit?

Seit einer Woche nehme ich wegen eines Rückfalls in mein Burnout ein Psychopharmakon. Medikamente jeder Art wirken bei mir wie LSD bei einem Kleinkind. Deshalb wählte ich eine leichte Dröhnung, quasi die Fruchtzwerge unter den Antidepressiva.

Früher, als ich richtig in den Depressionen hing, verweigerte ich die Einnahme von Psychopharmaka. Ich hatte panische Angst davor, meine Persönlichkeit zu verlieren. Rückblickend war diese Angst absurd. Als Depressiver hatte ich keine Persönlichkeit, ich war ein Haufen Elend, das unter Wasser nach Luft schnappte.

Reden wir Klartext

  • Wie lange fühlt sich dein Leben bereits mühsam und unbefriedigend an?
  • Was hast du schon alles probiert, damit "es" besser wird?
  • Stellst du dir manchmal die Frage "Soll das alles gewesen sein?" oder stehst du kurz davor aufzugeben?

Dein Leben ist einmalig und darüber hinaus zu kurz, um jahrelang herum zu probieren oder auf einen glücklichen Zufall zu hoffen. Übernimm die Verantwortung für deine Lebensfreude - es tut sonst niemand!

Ich unterstütze dich dabei!

Welche Konsequenzen wird es für dich haben, wenn du jetzt nichts veränderst?

Hier wird gestreikt

Die letzten Wochen waren anders. Nicht Depressionen waren mein Problem, eine schmerzfreie Leere breitete sich in mir aus. Stell dir vor, du willst eine Treppe nach oben steigen. Du siehst die Treppe vor dir, weißt, was zu tun ist um das Hindernis zu überwinden und dann – nichts. Deine Beine bewegen sich nicht, du bleibst wo du bist.

Alles erschien sinnlos und mein Körper wechselte schlagartig in den Steikmodus. „Warum sich für etwas Sinnloses anstrengen?“ könnte ein Slogan auf einem Streikplakat gewesen sein.

Manchmal denke ich nur noch: Alter, was ist los mit dir? Es läuft gut, mein Burnout habe ich im Griff, alles entwickelt sich, manches sogar positiv und dann reißt es mir wieder den Boden unter Füßen weg. Liege hilflos und verängstigt wie ein nasser Hund in der Ecke. Was soll der Scheiß?

With or without you

Echt verrückt. War es vorher eine generelle Leere die mir zu schaffen machte, ist es jetzt, auf Droge, die gefühlsmäßige Leere, die mir völlig egal ist. Es ist eine emotionale Gerade, keine Kurven, keine Hügel. Wie ein verdammter Justin Bieber Song, völlig eintönig, immer das Gleiche.    

Selbst wenn vor mir ein kleines, von einem SUV zerquetschtes Kätzchen seine letzten Atemzüge machen würde, meine Mundwinkel würden ein leichtes Lächeln andeuten.

Ich kann es mir aussuchen. Mit Fruchtzwerge bin ich ein emotionsloses Irgendwas und ohne Fruchtzwerge eine leeres Irgendwas.

Soll mir jetzt niemand Selbstmitleid oder ähnliches vorwerfen, dazu bin ich gefühlsmäßig gar nicht imstande.

Ob es nun gut oder schlecht ist dieses verdammte Zeug zu nehmen, sollen Andere entscheiden. Von mir aus verabreicht mir die volle Dröhnung. Ist doch ohnehin alles scheißegal.

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Wenigstens wirken die Nebenwirkungen

Ursprünglich wollte ich heute eine coole Geschichte über Wölfe erzählen, die vor einigen Jahren irgendwo ausgesetzt wurden und das örtliche Ökosystem veränderten. Das Ganze war als Metapher gedacht, wie wichtig richtige und mutige Entscheidungen sind und man darauf vertrauen soll, dass alles gut ausgehen wird und so.

Tja, daraus wurde nichts. Ich fand keinerlei emotionalen Zugang zu der Geschichte, zu keiner Geschichte, auch nicht zu dieser. Das hier schreibe ich einfach so runter, damit ich wenigstens irgendwas mit etwa fünfhundert Wörter, und in Verbindung mit Burnout, veröffentliche.

Mit auf Eis gelegten Gefühlen zu schreiben ist wie Sex ohne Liebe. Für diesen Bullshit bin ich nun wirklich zu alt. Das macht keinen Spaß, ich mag das nicht.

Medikamente helfen, sich an die Medikamente zu gewöhnen

Die restlichen Nebenwirkungen halten sich in Grenzen. Schwindel, teils vernebelte optische Wahrnehmung, trockener Mund, gelegentliche Aussetzer des Verstandes und leicht verzögerte Reaktionszeiten. Sonst alles gut.

Der Arzt meint, ich gewöhne mich in absehbarer Zeit an die Medikamente. Keine Ahnung was das bedeutet. Gewöhne ich mich an die Nebenwirkungen oder werde ich es als normal empfinden, von Emotionen weitestgehend befreit zu sein, obwohl ich nichts empfinde?

Fühlst du dich nicht krank, werden dir vermutlich Medikamente auch nicht viel helfen! Schau alternativ mal in dieses Buch ...

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Lydia
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Lydia

Du betrachtest deine emotionale Leere als negativ? !
Muss man nicht jeden Mistkübel leeren, damit wieder Neues Platz findet?

Roland
Gast

Ja, da hast du bestimmt recht …

Oceanhippie
Gast

Hey.

Danke für deine Ehrlichkeit bei diesem Beitrag. Bin derzeit in einer ähnlichen Situation und meine Drogen sind leider keine Antidepressiva sondern sind grün und lassen sich rauchen..
Ich fühle mich ziemlich neben der Spur manchmal, aber immer noch besser als ohne zur Zeit..

Wie geht es dir denn zur Zeit?

Liebste Grüße, Lu

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