Dem Herz folgen und meine Berufung finden

Deine Berufung finden ist mühsam? Was sagt dein Bauchgefühl dazu?


Dem Herz folgen wird oft als spiritueller Humbug dargestellt. Klar, unser Verstand verfügt über sämtliche Informationen und Erfahrungen dieser Welt. Bullshit. Meine Berufung finden hat nur wenig mit dem Verstand zu tun. Unterm Strich fahre ich mit dem Vertrauen in meine Intuition und meinem Bauchgefühl wesentlich besser. Schließlich spüre ich dort die Erfüllung und nicht in meinem Verstand.


Erfüllung durch Fake-News. Echt jetzt?

Wir leben in komplizierten Zeiten, in einer verrückten Welt. Noch nie lebten derart viele Menschen in Sicherheit und hatten genügend Nahrung. Der Reichtum der Menschheit steigt rasant.

Andererseits hungern immer noch Millionen vor sich hin, leben in Armut, selbst in der sogenannten westlichen Welt. An allen Ecken und Enden der Erde lauern Gefahren. Wahnsinnige, die sich in die Luft sprengen oder mit ihrem Atomarsenal drohen. Flüchtlingsströme hier, Mauern dort.

Unfassbar, mit welchen Mengen an Informationen wir konfrontiert werden. Überall wird Erfüllung versprochen, obwohl es scheint, dass alles den Bach runtergeht. Was uns vermittelt wird ist, dass wir immer mehr wissen, lernen, uns anpassen und gleichzeitig immer mehr Angst haben müssen.

Es folgt eine Brandrede

Wir müssen gar nichts! Mich können alle am Arsch lecken, die mir sagen, was ich alles tun und werden könnte. Rutscht mir den Buckel runter, ihr mit eurem Leistungsdenken und dem Gerede von wegen „wir müssen alle unseren Beitrag leisten“.

Fühlt euch ignoriert, ihr, die ihr mir einreden wollt, dass ich ein wertvolles Mitglied der Gesellschaft bin, wenn ich den Konventionen eben dieser Gesellschaft folge. Haltet die Klappe, ihr, die mir vermitteln, dass alles den Bach runter geht, mich mit Fake-News zumüllen und mir ihre Ängste umhängen wollen um mich klein zu halten.

Lasst euch eines gesagt sein, ihr Besserwisser: Ich hörte auf euch und wurde krank. Klar, mein Fehler! Damit ist nun Schluss. Jetzt bin ich dran. Und wir werden immer mehr.

All diejenigen, die jetzt noch leiden und Burnout, Depression oder sonst wie dazu sagen, wachen auf, zeigen euch den schmierigen Stinkefinger und brechen mit diesem System.

Dieses System, das uns zu Marionetten erzog. Wirtschaft, Politik, Religion … spielt eure eigenen Spielchen, lasst uns gefälligst in Ruhe.

Ich verdiene mein Geld, ohne mich diesem Wirtschaftssystem hinzugeben. Ein aufgeklärter Demokrat und anständiger Bürger sein, ohne mir dieses lächerliche politische Theater zu geben. In welchem Glauben auch immer meine Kraft und Trost finden, ohne dieser schwanzlängenvergleichenden Tragödie von wegen „Mein Gott ist größer als deiner“.

Und mitten drin Du und ich

Entschuldige bitte, das musste ich mal loswerden. Die Welt ist kompliziert, weil sie von ein paar – von Ego und Eitelkeit zerfressenen – Typen kompliziert gemacht wird.

Dennoch, wie sollen wir in dieser Welt unseren Weg gehen? Wie soll ich meine Berufung finden? Es wird vermittelt, dass uns alle Möglichkeiten zur Verfügung stehen, alles Wissen abrufbar ist. Noch nie war es so einfach, alles Mögliche aus sich zu machen, alles werden zu können.

Ich persönlich empfand das lange Zeit als massiven Druck. Der Gedanke, alles tun und werden zu können verunsicherte mich. Wie wähle ich aus einem riesigen Heuhaufen diese eine Stecknadel, die angeblich die Richtige für mich ist? Was, wenn ich die Falsche wähle?

Also machen wir erst einmal – nichts

Oder besser gesagt: Wir machen das, was wir bisher machten, nur intensiver. Als es mir schlechter ging, machte ich mehr vom Gleichen. Investierte noch mehr Zeit in Jobs, die ich hasste. Gab mich noch mehr sinnlosen Verlockungen hin wie Fernsehen, spielte öde Computerspiele und hielt mich in einer Stadt auf, in der ich im Grunde nicht sein wollte.

Stell dir eine blutverschmierte Mauer vor. Dahinter irgendeine verlockende Erfüllung. Davor ich, der immer wieder gegen diese Mauer rannte. Die Erfüllung war eine Illusion. Die Mauer eine Art Schutzschild, die mich vor dieser Illusion zu bewahren versuchte. Und ich Vollidiot zwang mich, sie zu überwinden.

Schließlich ging mir die Kraft aus. Burnout wird allgemein dieser Zustand genannt. Die folgende Depression war der sich manifestierende Schmerz, weil ich die Wahrheit nicht akzeptierte.

Meine Berufung finden oder nichts

Ohne Übertreibung, ich ging durch die Hölle. Zum Glück. Ohne dem Leiden hätte ich nicht kapiert, dass es „da draußen“ meine Art zu leben gibt. Nicht, dass ich diese Lebensweise gefunden hätte, ich bin auf einem guten Weg. Das spüre ich!

Dem Herz folgen klingt abgefahren, allerdings führt für mich kein Weg daran vorbei. Das bedeutet, dass ich seit einiger Zeit nur noch Dinge mache, zu denen mein Bauchgefühl das okay gibt. Alles andere beende ich, mache ich nicht, ignoriere es. Klingt brutal egoistisch. Ist es auch.

Allerdings merkte ich schnell, dass diese Einstellung zu wenig ist. Ich musste Methoden finden, mit denen ich nicht nur meine Berufung finden, meine Erfüllung leben, sondern konsequent an diesem neuen Leben dran bleiben kann. Ich wurde fündig!

Erfüllung kommt durch die Entwicklung mehrerer Lebensbereiche

Ich habe sechs Bereiche für mein Leben definiert, die ich ständig weiterentwickle und in denen ich besser werden möchte. Diese Bereiche sind:

  • Lebensweise: Welches Leben möchte ich führen, wo, mit wem? Was möchte ich besitzen, was brauche ich, möchte ich minimalistisch leben usw.
  • Jobs: Wo liegt meine Leidenschaft, wie kann ich anderen Menschen helfen usw.
  • Finanzen: Wie viel Geld möchte ich verdienen und was bin ich bereit, dafür zu tun? Wofür gebe ich mein Geld aus, wo kann ich einsparen usw.
  • Physische Fitness: Ist rauchen gesund, oder sind es fette, süße und kalorienhaltige Speisen? Sind lebendige Lebensmittel gesünder? Zu welcher Sportart müsste ich mich nicht zwingen?
  • Spirituelles Leben: Womit füttere ich meinen Geist? Mit sinnentleerten Nachrichten und TV-Shows oder mit guten Büchern? Was haben alte Lehrmeister zu sagen?
  • Disziplin: Welche Rituale benötige ich, um an diesen Punkten dran zu bleiben? Am Morgen fünfzehn Minuten Yoga, ein Frühstück mit Obst, am Abend zwanzig Minuten meditieren und Tagebuch schreiben?

Mich mit diesen Bereichen meines Lebens nicht zu beschäftigen, wäre wie einen Bumerang wegzuwerfen. Er kommt immer wieder zurück. Ich komme daran nicht vorbei. Also versuche ich es gleich richtig zu machen.

Bauchgefühl und Intuition sind meine Wegweiser

Intuition ist für mich die Anschauung dessen, was ist, ohne dem Verstand eine Bewertung zu erlauben. Das Bauchgefühl trifft die Entscheidung. Beides funktioniert, wenn ich auf sie vertraue.

Beschäftige ich mich zum Beispiel mit Jobs, die ich künftig machen möchte (Jobs, Plural, ich möchte an Sachen arbeiten, die ich gerne mache, da will ich mich nicht einschränken lassen), dann schaue ich mal, was an Ideen daherkommt. Was mache ich gerne, was würde mich interessieren, wem könnte ich mit meinem Tun helfen?

In dem ich wertfrei, also ohne Beurteilung des Verstandes, alle Gedanken und Gefühle zulasse, abseits aller anerzogenen oder durch gesellschaftliche Konventionen angenommenen Vorurteile, gibt mir mein Bauchgefühl verlässliche Rückmeldungen. Mein Bauchgefühl, NICHT mein Verstand. Das ist die große Veränderung zu früher, wodurch ich krank wurde.

Oder ich betrachte meine Finanzen. Wofür gebe ich mein Geld aus? Brauche ich das Zeug wirklich? Wo kann ich Geld einsparen und besser investieren? Früher sagte mir mein Verstand, „Geld ist wichtig, verdiene so viel wie möglich, kauf dir coole Sachen, dann bist du wer, gehörst dazu“.

Heute sagt mir mein Bauchgefühl: „Hey, komm runter, irgendwelches Zeug brauchst du erst einmal gar nicht. Schon gar nicht, damit du als cooler Typ wahrgenommen wirst“.

Ich werde meine Berufung finden

Was für ein epochaler Unterschied. Indem ich mich um die entscheidenden Bereiche meines Lebens kümmere, dem Verstand die Kontrolle entziehe und auf meine Intuition und meinem Bauchgefühl vertraue, ergeben sich auf einmal Wege, wo früher Gestrüpp rumlag.

Meine Berufung finden wird meine Lebensaufgabe sein, oder ich werde nicht mehr sein. Der Verstand brachte mich an den Rand des Lebens, es wäre völlig idiotisch, ihm weiterhin uneingeschränktes Vertrauen zu schenken.

Nein, jetzt sind meine Intuition und mein Bauchgefühl dran. Sie haben eine Chance verdient, weil sie bewiesen haben, dass sie mich zur Erfüllung führen können.

Am Ende dieses Artikels möchte ich Steve Jobs zu Wort kommen lassen:

„Ihre Zeit ist begrenzt, also vergeuden Sie sie nicht, indem Sie ein fremdbestimmtes Leben führen. Hüten Sie sich vor Dogmen, denn das heißt nichts anderes, als sein Leben an den Ansichten anderer Leute auszurichten. Sehen Sie zu, dass der Lärm fremder Meinungen nicht Ihre innere Stimme übertönt. Und vor allem: Haben Sie den Mut, Ihrem Herzen und Ihrer Intuition zu folgen. Die beiden wissen schon, was Sie wirklich werden wollen. Alles andere ist sekundär.“



Dem Herz folgen lernte ich vor allem durch dieses wunderbare Buch. Wenn du spürst, dass dich dein Verstand nicht weiterbringt, dann lass dich auf diese Geschichte ein. Alles, wirklich alles steht drin, auch die Sache mit den sechs wichtigen Lebensbereichen und wie du sie entwickeln kannst: Der Mönch, der seinen Ferrari verkaufte *


Titel des nächsten Artikels:

Gastartikel von Benjamin: Meine wichtigsten Erkenntnisse durch mein Burnout


Die Welt hat Burnout, es besteht Ansteckungsgefahr

Buchempfehlungen

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Folge mir, ich würde mich freuen:

7 Gedanken zu „Dem Herz folgen und meine Berufung finden&8220;

  1. Ich stehe auch seit einer Weile an diesem Punkt, dass ich weiß, ich muss raus aus dem Job, weil er mich krank macht, aber nicht weiterkomme. Zu viele Schranken im Kopf, zu viele Ängste und Vorbehalte halten mich davon ab, frei über die verschiedenen Möglichkeiten nachzudenken. Keine Ahnung, wie ich das hinbekommen soll, aber es wird dringend Zeit…

    1. Liebe Melissa,

      DANKE, für deinen Kommentar!

      Ich kann Deine Situation gut nachvollziehen und wünsche Dir die notwendige Kraft, die du nun aufbringen musst.

      Du hast einen Verbündeten an deiner Seite: Den Schmerz, den du empfindest. Es mag verrückt klingen, aber ohne Schmerz keine Veränderung. Irgendwann (lieber früher als zu spät) ziehst du die Reißleine, weil du dieses verdammte Gefühl nicht länger ertragen kannst/willst. Und dann findest du dich in einer Situation wieder, die im Außen vielleicht nicht besser ist als jetzt, aber im Innen spürst Du diese wunderbare Befreiung, diese grenzenlose Freiheit!

      Ohhhh, wie sehr ich Dir das wünsche!

      Liebe Grüße
      Roland

      1. Aaaaaaaaaaaah…. DAS is LANGE!!! :.(((

        Je suis désollée, der Lurch ist ein self-made bon-mot und was ausschließlich GUTES !!! 🙂

        Aber natürlich füge ich mich Deinem Urteil – Dein Raum, Du Chef 🙂

        (…ich werde die Zeit nutzen, auszurechen, wie viele Tage und Monate das netto sein könnten – anzumerken sei meine 5 in Mathe von der siebsten bis zum Abi…).

        Allet Jute bis dahin, sei gut zu Dir!

        Moe 🙂

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