Depression überwinden ist möglich

In der Hängematte kannst du keine Depressionen überwinden

DEM PSYCHISCHEN ABGRUND ZU ENTKOMMEN UND DEINE DEPRESSIONEN ÜBERWINDEN HEISST, DEN RICHTIGEN ZEITPUNKT ZU ERKENNEN

In der Hängematte lässt sich eine schwierige Situation lässig aushängen. Von wegen. Es besteht die Gefahr, es sich im psychischen Abgrund bequem einzurichten. Depressionen überwinden ist ein Kraftakt. Den richtigen Zeitpunkt für den Ausstieg erkennen hat auch etwas mit der Würde eines Erwachsenen zu tun. 

Schauen wir uns in diesem Artikel einen Aspekt an, der dich unter Umständen daran hindert, deine Depressionen zu überwinden.

Depressionen überwinden haben wir nicht gelernt

Was habe ich mir damals den Kopf darüber zerbrochen, wie ich meine Depressionen überwinden kann. Dabei kam ich einem interessanten Aspekt auf die Spur, über den viele Betroffene nicht nachdenken möchten, ja, den sie mitunter als Provokation empfinden. Aber alles der Reihe nach ...

Als Kind fand ich es toll krank zu sein. Abgesehen davon, einige Tage in der Schule nichts zu versäumen, genoß ich die uneingeschränkte Aufmerksamkeit und Fürsorge meiner Mutter.

Fernsehen was ich wollte, essen was mir schmeckte und nicht tun zu müssen was ich hasste. Meine gelegentlichen Unmutsäußerungen wurden von meinen Vorgesetzten, aka Eltern, als Nebenwirkungen der Krankheit widerspruchslos zur Kenntnis genommen. Die verabreichten und als Eingriff in meine Intimsphäre empfundenen Fieberzäpfchen, erschienen mir als angemessener Preis für die vielen Annehmlichkeiten.

In der Hoffnung, mich schnellstens wieder in die Schule abzuschieben, zeigten sie Mitgefühl, gaben mir Liebe und Aufmerksamkeit in einem Umfang, den ich alleine bestimmte.

Die Vorteile einer Grippe sind für den Leidenden nicht zu unterschätzen. Allerdings zweifle ich rückblickend an der Effektivität der von meinen Erziehungsberechtigten angewandten Strategie der uneingeschränkten Empathie.

Um Depressionen überwinden zu können, brauchst du neue Gedanken

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Depressionen überwinden: Der Zeitpunkt ist gekommen

Klar, einem Kind nicht zu glauben, dass es krank ist wäre ebenso unfair, wie Justin Bieber’s Absicht infrage zu stellen, die Menschheit mit guter Musik zu bereichern.

Ebenso käme es einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung gleich, einen (physisch oder psychisch) Leidenden anzuschreien, er möge endlich wieder in die Gänge kommen und nicht rumheulen als hätte jemand seine Lego-Burg zerstört.

Die Frage ist, ab welchem Zeitpunkt wird aus der Krankheit eine Laune? Also, ab wann müssen sich die Angehörigen diese Musik nicht mehr anhören, stattdessen ein Stoppschild aufstellen? Dem vermeintlichen Patienten die Augen dahingehend zu öffnen, dass es so nicht weitergehen kann?

Und, inwiefern hat der Leidende eine Verpflichtung einen Beitrag zu leisten, um die Depressionen überwinden zu können?

Diese verdammte, wunderbare Psychiaterin

Am Höhepunkt meiner Depressionen, an den ich nur wenige Erinnerungen habe, sprach meine Psychiaterin ein ernstes Wort mit mir. Sie drückte sich klar und deutlich aus, bestimmt in ihrem Tonfall. Duldete keine Unterbrechung meinerseits und bestand darauf, ihr wie ein Erwachsener zuzuhören.

Zunächst war ich beleidigt. „Wie kann sie nur? Ich leide, weiß nicht wie es weitergehen soll und die kommt mir wie eine Kriegsherrin, die in ein zerbombtes Land einmarschiert. Ungeheuerlich!“

Selbstverständlich änderte ich an meinem Verhalten nichts. Ich vergrub mich weiterhin in meiner Höhle, verabsäumte keine Möglichkeit um mein Umfeld von meinem Leiden zu überzeugen. Allerdings tat ich das mit zunehmend schlechtem Gewissen.

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Du weißt, was eine schwierige Situation ist. Du weißt, dass du (!) die Depressionen überwinden musst.

Ich spürte, dass mein Getue mehr und mehr affektiert daherkam. Vor allem ein Satz der Psychiaterin ging mir nicht mehr aus dem Kopf (sinngemäß): „Als erwachsener Mann haben sie immer die Verpflichtung, den ihnen möglichen Beitrag zu leisten, eine schwierige Situation zu überwinden.“ Das hat gesessen.

Darin stecken respektvolle Hinweise auf die (Eigen-)Verantwortung eines erwachsenen Mannes, der sich in einer Krise befindet. Auf die vor mir liegende Aufgabe und auf jene Würde, auf die jeder Mensch bestehen muss. Auch – oder vor allem – jener sich selbst gegenüber.

Eine schwierige Situation kommt im Leben öfter mal daher. Sich ihr als erwachsener Mensch zu stellen, ist ein Grundprinzip eines jeden Erwachsenen. Um Depressionen zu überwinden, kommen wir in dieser Phase unseres Lebens und an dieser Einstellung nicht herum - so schwierig sie uns gegenwärtig erscheinen mag.

Die Hängematte als Gefängnis

Für dich, der in einem Burnout hängt oder dem Depressionen die Handlungsfähigkeit nahmen, mag das wie ein fieser Schlag in die Magengrube erscheinen. Vielleicht bist du dennoch für folgendes Argument empfänglich: Es wäre dir gegenüber niederträchtig, würde ich dich nicht, als jemand der den Weg aus diesem Abgrund gefunden hat, darauf und auf das Folgende hinweisen.

Jetzt mal unter uns Schicksalsgenossen: Ist es nicht so, dass wir uns manchmal unserem Leiden hingeben als würden wir uns in einer Hängematte einrollen? Alles ausblenden, was in uns nach einer Lösung schreit?

Haben wir nicht auch klare Tage, an denen wir erkennen, dass wir nicht nur das Problem sondern selbst die Lösung sind? Wir selbst Schritte setzen müssen, um aus diesem psychischen Abgrund auszusteigen?

Und, wollen wir wirklich noch länger dieses triste Leben führen, obwohl das wahre Leben vor uns und nicht hinter uns liegt?

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Entkomme diesem Schmerz namens Depression!

Der Soundtrack zum psychischen Abgrund

Folgenden Satz bitte etwas sacken lassen, ehe du einen Shitstorm von biblischem Ausmaß über mich anzettelst: Die Hängematte ist kein geeigneter Ort um aus einem Tief herauszukommen.

Dafür eignet sich zum Beispiel ein Tisch mit einigen Stühlen und darauf sitzenden, vertrauenswürdigen Freunden oder Familienmitgliedern wesentlich besser.

In einer Depression bist du wie eine hängen gebliebene Schallplatte. Du drehst dich im Kreis und in deinem Kopf spielt sich ein tristes, zusammenhangloses und sich wiederholendes Geplärre ab, das wir Grübelzwang nennen. Ich meine, das geht dir selbst auf’n Sack, nicht?

Was tust du? Du gehst hin und gibst der Platte einen kleinen Schubs. Bewegst die Nadel zur nächsten Nummer oder legst gleich eine neue Scheibe auf. Die unangenehme Situation ändert sich schlagartig.

Zum richtigen Zeitpunkt deine Depression überwinden

Schon klar, du bist keine Schallplatte und du bist in deinen Depressionen gefangen. Ich möchte das nicht ignorieren oder so tun, als könntest du mir nix dir nix eingreifen und alles ist wieder gut. Eine Depression braucht Zeit um sich richtig zu entfalten.

Ich vergleiche es vorsichtig mit Fieber. Erhöhte Temperatur ist unangenehm und doch ist Fieber ein natürlicher Schutzmechanismus des Körpers und nicht gleich eine Krankheit. Er wehrt sich gegen jene Schädlinge im Körper, die da nicht hingehören. Oder die größeren Schaden anrichten, sofern sie nicht wirksam bekämpft werden.

Was ich meine und was ich dir mitgeben möchte ist, dass du den Zeitpunkt nicht verabsäumst, an dem du eingreifen kannst und sollst. Ich verspreche dir, dass es diesen Zeitpunkt gibt. Der Moment, an dem du selbst deine Depressionen überwinden kannst. Übergehe diesen Impuls nicht. Nütze ihn, halte dich fest und beginne damit, dich wie an einem Seil aus diesem psychischen Abgrund rauszuziehen.

Menschen die dich gut kennen, haben oft ein besseres Gespür um diesen Zeitpunkt zu erkennen. Hast du ihnen jemals vertraut? Vertraue ihnen vor allem, wenn sie dich vorsichtig und mitfühlend darauf hinweisen, dass es nun an der Zeit ist aufzustehen und eine Entscheidung zu treffen. Sich den Staub aus den Haaren zu schütteln und das Ende deiner Depressionen einzuleiten.

Lass’ uns Klartext reden, um Depressionen überwinden zu können

Es gibt einen Unterschied ob du an einer leichten, mittelschweren oder schweren Depression leidest. Um den Grad deiner Depression festzustellen, ist der Gang zu einem Psychiater unausweichlich. Du wirst die Empfehlung zu einer Therapie und gegebenenfalls Medikamente erhalten. Folge dem Rat des Psychiaters, er ist der erste Ansprechpartner in Bezug auf Hilfe bei Depression.

ABER, unser Gesundheitssystem sieht – aus welchem verdammten Grund auch immer – nur eingeschränkte Unterstützung für psychisch kranke Menschen vor. Abgesehen von langen Wartezeiten auf einen Therapieplatz, bleibst du auf einer Menge Kosten sitzen. Das erschwert deine, und die ebenso schwierige Situation deiner Angehörigen, zusätzlich.

Darüber kannst du dich ärgern, noch mehr in deine Depression einsteigen oder zusätzlich in deiner Hängematte rumjammern. Helfen wird dir das alles nicht.

Es ist ein unfassbar schwerer Gedanke: Obwohl du kaum handlungsfähig bist, liegt es letztlich an dir selbst, aus diesem Abgrund auszusteigen.

Ich bin an deiner Seite und möchte dir deshalb nichts vormachen. Gib deiner Depression einen Raum, gib ihr Zeit und dir eine Auszeit. Verabsäume aber nicht den Zeitpunkt, an dem sich die Tür zum Notausgang öffnet. Noch einmal: Dieser Zeitpunkt wird kommen, es liegt an dir ihn zu erkennen, durchzugehen und somit deine Depressionen überwinden zu können.

Nimm zur Kenntnis, dass du es dir in deiner Hängematte bequem gemacht hast und die Aufmerksamkeit und das ganze Mitleid genießt, wenn du NICHT durch diese Tür gehst.

Ich fühle mit dir und glaube an dich!

Werde, wer du bist

Schluss mit Einschränkung, Hilflosigkeit, Unsicherheit. Höchste Zeit, dass dein Leben beginnt.

Welche Konsequenzen wird es für dich haben, wenn du jetzt nichts veränderst?


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Roland Melissa Doc Wassmuth Neueste Kommentare von Autoren
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Doc Wassmuth
Gast

Sehr schöner und motivierender Artikel! Für mich ist es unschätzbar wichtig, auch die andere Seite auf diese Weise kennenzulernen.

Melissa
Gast
Melissa

Mein erster Schritt, aus der Depression herauszukommen bzw meinen Burnout überhaupt erstmal anzuerkennen, war, meinen Eltern glauben zu schenken, dass ich krank bin. Monatelang haben sie auf mich eingeredet, mir besorgt zugehört und am Ende war für mich erhellend, dass mein Vater laut gesagt hat, dass er sich Sorgen macht. Sowas hat er in meinem ganzen Leben noch nie gesagt. Dann habe ich den Rat meiner Mutter umgesetzt und meine Symptome aufgeschrieben. Das war sehr ernüchternd. Der darauf folgende Gang zum Arzt und die mehrwöchige Krankschreibung waren dann wie eine Befreiung und gleichzeitig haben sie mein Leben nachhaltig verändert. Ich… Weiterlesen »