Depressionen gelten auch als der schwarze Hund

Der schwarze Hund war auch mal ein süßer Welpe

DER SCHWARZE HUND, ALSO DIE DEPRESSION, IST EINE GEWALTIGE FORM VON ENERGIE

Depressionen - das ist mir heute völlig bewusst - waren DER Gamechanger meines Lebens. Der schwarze Hund trieb mich an den Rand des Erträglichen, obwohl er nur spielen wollte.

Erfahre in diesem Artikel, was aus Depressionen entstehen kann. Es klingt unglaublich, allerdings ist es die reinste Form einer Erkenntnis, die ich dir mitgeben möchte.

Five years ago

Die Musik aus dem Lautsprecher zieht mich runter. Genau das, was ich jetzt brauche. Wie eine Brise Salz auf eine infizierte Wunde, legt Nora Jones den Finger auf meine Wunde.

Es tut weh, höllisch. Es ist noch nicht genug. Da geht noch was. Ich muss weiter runter in den Abgrund. Dorthin, wo der schwarze Hund sein Basislager aufschlug und mich mit regelmäßigen Schüben versorgt.

Ich bin auf einer Mission, einer Forschungsreise. Ergründe, wo diese unfassbare Energie herkommt. Über Depressionen las ich alles, was in die Finger zu kriegen ist. Spüre sie seit Monaten in ihren unterschiedlichsten Ausprägungen.

Dennoch verstehe ich sie nicht. Wo kommt sie her, was will sie, wie geht sie wieder weg.

Irgendwas ist anders

Das Gefühl, dieser Schmerz ist mächtig. Übermächtig. Unfassbar. Ich bin beeindruckt.

Beeindruckt? Alter, was ist mir? Normalerweise heule ich rum, schlage mit den Fäusten auf den Boden oder starre ein Loch in die Wand. Lasse den Gedankenschwall, der in eine unendliche Leere mündet, über mich ergehen.

Beeindruckt zu sein ist neu. Nicht beeindruckt wie beim Anblick des schönsten Sonnenuntergangs aller Zeiten. Nicht diese Art Begeisterung, die ein millionenschwerer Lottogewinn auslösen würde.

Der schwarze Hund ist voller Energie

Plötzlich erscheint es, als würde ich wie ein Satellit im Orbit auf diesen unbewohnbaren Planeten namens Depression blicken. Völlig schwerelos, abgekapselt von diesem mächtigen Gefühl, stelle ich mir eine absurde Frage, die absurderweise vernünftig erscheint:

Wo kommt diese Energie her, die dieses mächtige Gefühl in mir auslöst?

Wissend, niemals eine Antwort auf diese Frage zu finden, kommt ein Gedanke daher, der mich die nächsten Jahre nicht mehr loslassen wird:

Es wäre fantastisch, könnte ich diese Energie für positive Gefühle nutzen.

Die Macht ist mit dir

Nichts, absolut nichts erscheint in der Gefangenschaft von Depressionen vernünftig. Die Vernunft liegt vermutlich an einem einsamen Strand in der Hängematte und schaut sich Fotos aus besseren Tagen an.

Sie zu finden käme der Hoffnung gleich, dass wir Menschen endlich die Armut aus der Welt schaffen.

Nein, diese mächtige Energie hinter den Depressionen verbannte die Vernunft. Deshalb erscheint sie als Feind die bekämpft werden muss. Mit Medikamenten zerstört, mit Argumenten verdrängt, durch neue Illusionen ersetzt.

Immer wieder beeindruckt von dieser gigantischen Energie hinter diesen Gefühlen, folge ich weiterhin dem Gedanken, dass sie auch etwas Gutes bewirken kann.

Ich spüre die Macht in mir, eine fremde Macht. Sie ist nicht wie eine Armee in mir einmarschiert, um mir Demokratie zu bringen oder meine Bodenschätze zu rauben.

Diese Macht ist ein Teil von mir. Als Feind empfinde ich sie deshalb, weil ich sie nicht kenne, weil ich sie niemals zuvor zuließ. Sie erscheint unbekannt. Aber das wäre mein Herz auch, würde ich es erstmals offen vor mir liegen sehen. Dennoch weiß ich, dass es da ist. Ein Teil von mir. Ein lebensnotwendiger Teil!

Today

Tränen fließen. Immer wieder. Heftig. Verdammte Scheiße, was ist los mit mir?

„Du hast alles aus deiner Kraft heraus gemacht. Jetzt wartet die Zukunft auf dich. Yes!“ schreibt mir ein Freund. Zum Abschied umarmt mich eine wunderbare Frau, die Mutter meiner Liebsten. Ich stehe in Bangkok im Regen. Alles begleitet von Tränen.

Pure Glückseligkeit, die reinste Form eines Gefühls fließt durch meinen ganzen Körper. Ich drücke noch fester auf die Wunde, die sich heute, fünf Jahre später, wie eine herrliche Thai-Massage anfühlt.

Unfassbar, wozu wir Menschen fähig sind …

Nichts hat sich verändert. Alles ist anders.

Ein heulender Mann gilt großteils immer noch als Weichei ohne Eier. Früher fiel es mir schwer über meine schlechten Gefühle, über meine Depressionen zu sprechen. Als schwacher Mistkerl wahrgenommen zu werden, machte mir Angst.

Später fiel es mir schwer, über meine guten Gefühle, über meine Freude zu sprechen. Als gefühlsduseliges Weichei wahrgenommen zu werden, machte mir Angst.

Nicht, dass ich ständig am heulen bin. Tränen sind ein Ausdruck dafür, dass etwas überwältigend anders ist als üblich. Freudentränen oder Tränen der Trauer, Angst, Machtlosigkeit.

Ich bin immer noch der Typ, der ich immer war. Ich veränderte mich lediglich in dem natürlichen Ausmaß, das nun einmal stattfindet.

Der Prozess der letzten Jahre ist nichts anderes als Entwicklung. Der schwarze Hund spülte „etwas“ weg und schuf Platz für etwas Neues, etwas Echtes.

Eine neue Wahrnehmung manifestierte sich und lässt mich nun intensiver und echt, also wahrhaftig empfinden. Vorher in Form von Depressionen, jetzt in Form von purer Freude.

Der schwarze Hund ist verwirrt

Hunde gelten zurecht als die treuesten Begleiter des Menschen. Sie folgen ihrem Besitzer überall hin, bedingungslos, immer in der Erwartung auf ein Stück Keks oder ein paar Streicheleinheiten.

Bekommen sie unverständliche Botschaften von ihrem Besitzer, widersprüchliche Kommandos oder werden zu Kampfhunden abgerichtet, reagieren sie mitunter aggressiv.

Der schwarze Hund, also die Depression, ist da nicht anders. Unterdrückte Gefühle, ausgelöst durch eine der Persönlichkeit widersprüchlichen Lebensgestaltung, verselbstständigen sich. Unkontrolliert machen sie dir das Leben zur Hölle.

Folgst du diesen Gefühlen, versuchst herauszufinden, was sie dir mitteilen möchten, bist du in der Lage, dein Leben entsprechend deiner Bestimmung zu gestalten.

Ein Hund ist niemals böse. Ein aggressiver Hund wurde von seinem Besitzer dazu gemacht …

Sorge für deine persönliche Energiewende

Du hast eine mächtige Energie in dir! Sie ist da, ob du das möchtest oder nicht. Ob du sie zulässt oder nicht. Egal in welcher Form sie in Erscheinung tritt, sie ist nicht nur in unendlicher Menge vorhanden, darüber hinaus ist diese Energie unendlich wunderbar, grandios, phänomenal und überwältigend.

Wie jede Energieform, kann sie für Gutes oder für Schlechtes eingesetzt werden. Unterdrückst du, was in Erscheinung treten möchte, zwingt sie dich in die Knie, gibt dir - also der schwarze Hund - ein starkes Zeichen.

Lässt du hingegen zu, was auf absolut natürliche Art und Weise da ist, verleiht sie dir Flügel, lässt dich alles erreichen und macht dich zu jenem Menschen, als der du geschaffen wurdest.


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Julia
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Julia

Genau das habe ich jetzt gebraucht ! Danke lieber Roland 💛

Frank
Gast

Klasse Artikel, lieber Roland, und so treffend. Auch an dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank für dein Interview und die Verlinkung zu meiner Seite.
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