Die Entfernung zum Horizont ist konstant – unerreichbar

Ziele sind oftmals weit weg wie der Horizont

Die Vergangenheit ist tot, die Zukunft, der Horizont, eine einzige Utopie. Das Positive hinter dieser Erkenntnis zu erkennen ist meine Lebensaufgabe.


Mein Leben ist entspannt, abwechslungsreich und befriedigend. Gemeinsam mit meiner Freundin reise ich um die Welt. Neben kurzen Aufenthalten in aufregenden Städten, verbringen wir unsere Zeit in warmen, tropischen Gegenden, am Meer, genießen den Blick auf einen neuen Horizont.

Das wenige Geld, das wir für dieses Leben benötigen, verdienen wir mit unseren Online-Projekten, die wir ortsunabhängig an jedem Punkt der Welt weiterentwickeln können.

Unseren gesamten Besitz schleppen wir in zwei Rucksäcken mit uns herum. Folglich geben wir alles weg, was wir nicht regelmäßig benötigen. Es würde uns nur belasten.

Familie und Freunde besuchen wir zweimal jährlich oder sie reisen uns hinterher. Mittlerweile akzeptieren sie was wir tun und verstehen, warum wir dieses Leben leben. Die Beziehungen zu ihnen sind fest und von Liebe geprägt.

Im Rahmen unserer Möglichkeiten unterstützen wir Sozialprojekte und versuchen mit Geld, Zeit, Empathie und handwerklichem Geschick Menschen direkt zu helfen, sofern diese Hilfe benötigen. Wir machen das nicht, um unser Ego zu befriedigen, vielmehr ist es ein wesentlicher Aspekt unserer Definition von Mensch sein.

Unser Leben ist schön.

Ich wäre gerne dort, wo meine Gedanken gerade sind

Leider ist das nur die Beschreibung eines Traumes. Ich träume ihn schon lange, beziehungsweise immer wieder. In allen Einzelheiten male ich mir einerseits Tagesabläufe, Reiserouten und andererseits die durch diese Lebensweise hervorgerufenen Emotionen aus.

Tausche Reisen, Selbstständigkeit und ortsunabhängiges Arbeiten am Strand gegen Auto, Haus, ein dickes Bankkonto oder gegen was auch immer aus, das du gerne hättest und du weißt, was ich meine.

Manchmal ist das Verlangen nach diesem Traumleben, nach dieser Utopie so mächtig, während ich die Realität verabscheue. Die Bezeichnung für diesen Zustand ist Burnout.

Mein Ziel ist elf Kilometer weit entfernt

Aus dem Wunsch wird ein Ziel. Ein durchaus realistisches Ziel, das bereits viele Menschen erreichten. Mein Problem ist, dass ich an meinem Ausgangspunkt an schweren Ketten hänge, mit dicken Fesseln fixiert bin und eine tonnenschwere, selbst verursachte Last auf meinen Schultern liegt.   

Der Horizont, an dem ich klar die Umrisse und Details meines Wunschlebens sehe, ist unerreichbar. Die Last aus der Vergangenheit hält mich zurück. Dem Ziel in der Zukunft komme ich keinen Schritt näher.   

Sitzt ein Mensch am Strand auf einer zehn Meter hohen Palme, sieht er den Horizont in ca. elf Kilometer Entfernung. Elf verdammte Kilometer. Das ist weit, sehr weit weg.

Hinter’m Horizont geht’s weiter

Udo Lindenberg versprüht mit seinem Lied* aus dem Jahr 1986 viel Optimismus, weil er mir mit diesem positivem „es geht immer irgendwie weiter“ die Absurdität meiner Zwickmühle vor Augen führt. 

Selbst wenn ich mein Ziel eines Tages erreiche, geht es weiter, kommt der nächste Wunsch, das nächste Ziel, das nächste große Ding von dem ich erwarte, dass es mich glücklich macht.

Unser Verstand ist ein Luxusjunkie und produziert ständig coole Werbespots. Die entstehende Emotion ist ein permanentes Mangelgefühl. Das muss aufhören, jetzt.

Müdigkeit, diese quälende Müdigkeit

Der Horizont ist unerreichbar. Warum ihm hinterherjagen? Damit er mich ständig darauf hinweist, was in meinem Leben angeblich fehlt? Nein, dieses Muster* muss ich durchschauen.

Die Ketten zerschlagen, die Fesseln lösen, die Last der Vergangenheit ablegen ist meine Lebensaufgabe. Ein quälender Gedanke. Zu lange schon arbeite ich an der Bewältigung meiner Vergangenheit. Ich bin müde.

Wir alle sind mit den notwendigen Fähigkeiten ausgestattet, die für uns richtigen Ziele zu erreichen. Die wahren Meister in dieser Kunst sind die legendären Shaolin-Mönche. Sie verstehen es, mit Hilfe bestimmter Prinzipien die Kraft ihrer Gedanken zu bündeln, wodurch sie jedes mentale oder körperliche Ziel erreichen. Lerne von ihnen in diesem faszinierendem Buch: Shaolin - Du musst nicht kämpfen, um zu siegen! *: Mit der Kraft des Denkens zu Ruhe, Klarheit und innerer Stärke


Titel des nächsten Artikels:

Burnout auf Drogen macht auch keinen Spaß


Der Weg aus dem Burnout war dramatisch. Ein Ziel gab es nicht.

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2 Gedanken zu “Die Entfernung zum Horizont ist konstant – unerreichbar

  1. Schön geschrieben… ich wäre auch manchmal gerne dort, wo meine Gedanken sind. Mittlerweile folge ich oft dem Ironman Motto… anything is possible bzw. was man träumen kann, kann man auch schaffen. Tatsächlich stimmt das meistens auch.
    Viele Grüße

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