Ein Mittel gegen Winterdepression? Winterschlaf

Die Natur ist der Grund für und das Mittel gegen Winterdepression

Vermutlich ist den Meisten klar, was eine Winterdepression ist. Logisch erscheinen demnach die Mittel gegen Winterdepression. In diesem Artikel werde ich die – meiner Meinung nach – eigentliche Ursache behandeln und Aspekte beschreiben, über die es sich lohnt nachzudenken. Die Natur spielt dabei eine wesentliche Rolle, der Winterschlaf auch.


Dieser Artikel ist Teil der Blogparade von Caren (testundliebe.de). Informiert euch auf ihrem Blog über weitere Sichtweisen zu Winterdepression.


Die Natur erlaubt faul sein

Der Urzeitmensch war ein cleveres Kerlchen. Er lernte schnell, wie andere Tiere, das Notwendigste, passte sich an seine widrige und gefährliche Umgebung an und fokussierte sich auf eine einzige Sache: Überleben.

Gegen die Natur hatte er keine Chance, somit lebte er mit ihr im Einklang. Und weil ihm niemand vorlebte wie das geht, vertraute er seinen Instinkten.

Fragwürdige Ablenkungen wie Smartphones, Einkaufszentren und „Deutschland sucht den Superstar“ gab es glücklicherweise nicht. Somit hatte sich der Neandertaler lediglich um die wichtigen Dinge des Lebens zu kümmern:

Mit Essen besorgen, dem Säbelzahntiger aus dem Weg gehen, vögeln und Werkzeuge erfinden hatte er genug zu tun. Ansonsten war er vermutlich ein einfacher, fauler, aber sympathischer Mistkerl.

 

Das Leben hinter sich bringen

Wir Menschen der Neuzeit sind anders. Existenzielle Dinge erledigen wir nebenbei um uns schnell dem nächsten Vorhaben anzunehmen, denken über Vergangenes nach oder pflegen unsere Sorgen über die ungewisse Zukunft.

Das Leben muss schließlich vergehen. Wehe wir halten inne, geben uns dem hin was ist oder hören auf unsere Instinkte. Das geht gar nicht. Zeit ist kostbar, also her mit der gedrückten Stimmung, dem Burnout oder der Depression.

Und weil gerade die kalte Jahreszeit vor der Tür steht und wir für alles eine Ausrede, Sorry, eine Diagnose brauchen, nennen wir diesen Zustand der Einfachheit halber Winterdepression.

Der Jahreszeit folgen

Vor allem zwei Aspekte sind für die Winterdepression verantwortlich. Bedingt durch die Jahreszeit, fehlt es uns an ausreichend Sonnenlicht und durch die Kälte verbraucht unser Körper mehr Energie.

Beides führt dazu, dass wir uns freudlos, niedergeschlagen und antriebslos fühlen. Mag sein, greift meiner Meinung nach allerdings zu kurz.

Heute verhalten wir uns zu jeder Jahreszeit mehr oder weniger gleich. Die vielfältigen Errungenschaften bei Kleidung, Technik und pharmazeutischen Produkten ermöglichen es, uns an die jeweiligen Wetterbedingungen anzupassen und weiterhin unser Ding zu machen.

Denken wir. Jedoch, unser Körper ist nicht blöd. Der weiß aufgrund der gespeicherten Daten in seinen Genen, dass die Tage kürzer werden und die Luft kälter. Der Körper freut sich auf diese Jahreszeit, weil er durchatmen und die Füße hochlegen kann.

Die logischen Mittel gegen Winterdepression

Sicher nicht. Wo kämen wir hin, wenn unser Körper entscheidet was wir tun, nicht tun oder wie wir weiterhin durchs Leben hetzen?

Mit kreativen Maßnahmen stellen wir uns der Natur und probieren zahlreiche Mittel gegen Winterdepression, um uns für diesen ungleichen Kampf zu rüsten. Dazu kommen die gut gemeinten Ratschläge wie:

– Jeden Tag zwei Stunden spazieren gehen, möglichst am Morgen,

– die Verwendung spezieller Lampen um das fehlende Tageslicht auszugleichen,

– Johanniskraut einwerfen,

– erfüllende soziale Kontakte pflegen und die altbekannte

– positive Einstellung zum Leben.

Der Winterdepression auf der Spur

Bestimmt sind das nützliche Mittel gegen Winterdepression. An diesem Punkt können wir von einer ausgewachsenen Depression lernen.

Sofern es sich nicht um körperliche oder genetische Ursachen handelt, überwinde ich eine Depression, indem ich mich mit den möglichen Ursachen beschäftige.

Einfach zu sagen, ich habe eine Winterdepression, weil ich zu wenig Licht bekomme ist, als würde ich sagen, ich habe Lungenkrebs, weil ich jahrzehntelang rauchte. Ist doch klar!

Aber warum griff ich zu Zigaretten * obwohl ich wusste, dass es schädlich ist? Warum wurde ich depressiv, warum überfällt mich regelmäßig eine Winterdepression? Im Warum liegt die Antwort für viele Krankheiten, Beschwerden und der Unzufriedenheit in meinem Leben.

Warum halten wir keinen Winterschlaf?

Die Winterdepression ist für mich ein weiterer Beweis, dass wir uns zunehmend von der Natur und unseren Instinkten entfernen.

Der Alltag, der Job, unsere Aufgaben, Konsum und gesellschaftliche Konventionen entscheiden über unser Wohlbefinden. Längst akzeptieren wir das als Tatsache, aus der wir nicht aussteigen können oder wollen.

Genau dazu zwingt uns aber die Natur unter anderem mit den Jahreszeiten. Wehren wir uns, zeigt uns der Körper und die Psyche unsere Grenzen auf. Beginnen wir darüber hinaus dagegen anzukämpfen, bricht das Leiden, die Winterdepression aus.

Sich Sorgen machen, über Vergangenes oder Zukünftiges nachdenken, Konflikte austragen und sich den Kopf über Nachrichten zerbrechen, sollten wir ebenso radikal zur Seite schieben. Weißt du, was ich unter Winterschlaf verstehe?

Wir sehen die Winterdepression nicht

Wie zwei Magnete, die sich gegenseitig abstoßen, sehen wir den auf uns einwirkenden Druck, und somit die Winterdepression, nicht.

Durch den einen Pol – meinem Leben – entsteht Druck durch die Arbeit, dem überbordenden Freizeitstress, durch Konsum (was ich angeblich alles haben muss um „dabei zu sein“) und durch fremde und eigene Erwartungen.

Der andere Pol erzeugt einen Gegendruck, er wehrt sich gegen alle diese Anforderungen, die nicht nur zu viel, sondern großteils überflüssig sind. Zwischen den Polen bin ich und spüre den Schmerz, erzeugt durch den Druck von allen Seiten.

Diese beiden Pole in Einklang miteinander zu bringen, ist für mich nichts Geringeres als der Sinn der Lebens.    

Die Natur zwingt uns zum Winterschlaf

Wir sind Teil der Natur, verhalten uns allerdings in einem Anfall von grenzenloser Überheblichkeit, als stünden wir über ihr. Nur weil wir ein paar Gehirnzellen mehr als ein Laubfrosch besitzen, tun wir, als ob dort die Natur ist und da wir Menschen.

Mit Winterschlaf meine ich nicht, dass wir uns hinlegen und den ganzen Winter über schlafen. Nein, ich meine damit, dass wir unsere Aktivitäten auf das Wesentliche reduzieren und einfach mal nichts tun. Gar nichts!

Das ist ein Mittel gegen Winterdepression. Unser Hausverstand, unser Instinkt weiß das. Wir wehren uns allerdings unterbewusst dagegen, weil wir damit beschäftigt sind, den Alltag – also unser Leben – hinter uns zu bringen.

Der Urzeitmensch folgte der Jahreszeit

Die Natur ist mehr als ein Bio-Produkt im Supermarkt oder eine mit Kunstschnee verseuchte Skipiste. Sie und die jeweilige Jahreszeit gibt den Takt vor. Alles Andere ist künstlich erzeugte Aufregung des sogenannten modernen Menschen.

Wir müssen den ganzen Wahnsinn rundum Weihnachten nicht mitmachen. Ständig Leute besuchen, Kekse backen, an den guten Vorsätzen fürs neue Jahr arbeiten und zum Abverkauf ins Einkaufszentrum hetzen.

Der Neandertaler hätte auf all das keine Lust und auch nicht auf ein Leben in der heutigen Welt. Schockiert von dem ganzen sinnbefreiten rumgehetze der Menschen, würde er sich in seine Höhle zurückziehen, ein Feuer machen, die Füße ausstrecken und einen ausgiebigen Winterschlaf genießen. Er weiß, das anstrengende Frühjahr kommt bestimmt …

Wenn du schon keinen Winterschlaf halten möchtest, dann mach zumindest etwas Entspannendes, Schönes. Etwas, das dich deinen Alltag vergessen und in eine wunderbare Welt eintauchen lässt. Ideal dafür, der Klassiker von Paulo Coelho: Der Alchimist *


Titel des nächsten Artikels:

Coole Spiritualität im Alltag durch Bewusstheit


Das Titelbild mit dem Mops widme ich meiner wunderbaren Freundin Verena. Sie unterstützt mich bei meinem Projekt rundum diesen Blog, steht auch dann, wenn es mal nicht so gut läuft, hinter mir und sie ist eine große Inspiration für mein Leben! 


Sex und Depression. Die weiche Härte

Buchempfehlungen


*Anzeige

Schreibe mir eine E-Mail, wenn du magst:
Folge mir, ich würde mich freuen:

2 Gedanken zu “Ein Mittel gegen Winterdepression? Winterschlaf

  1. Hallo Roland, vielen Dank für die Teilnahme an meiner Blogparade. Dein Bericht ist großartig und hat mich gleichzeitig auf den Boden der Tatsachen geholt. Ich gehöre zu den Ruhelosen, wohlwissend, dass ich regelmäßig viel zu dicht an meine Grenzen komme. Ich wünsche dir eine ruhige Winterzeit! Viele Grüße Caren

    1. Liebe Caren,

      vielen Dank für deinen Kommentar und für die Möglichkeit, an deiner Blogparade teilnehmen zu dürfen!

      Genau das meine ich: Wir wissen es, oder besser, wir „spüren“ es, wenn wir uns gegen die Natur stellen. Allerdings sind wir an dem Punkt, an dem uns das bewusst wird, schon einen riesigen Schritt weiter!

      Liebe Grüße
      Roland

Kommentar verfassen