Einschränkende Glaubenssätze loswerden. Für die beste Version von mir

Interview mit Feli Hargarten: Einschränkende Glaubenssätze loswerden

Feli Hargarten ist gerade in Thailand, zuvor war sie monatelang in Brasilien. Als Nächstes wird sie mit ihrem Freund Marcus in Berlin sein, wo sie ihre alljährliche DNX-Konferenz abhalten. Im Interview gibt sie uns einen Einblick in ihr Leben als Digitale Nomadin und dem Weg dorthin. Wie sie einschränkende Glaubenssätze loswerden konnte, ihre Ängste in den Griff bekam und seit sechs Jahren an Orten lebt, wo andere Urlaub machen.


Info’s zu Feli Hargarten:

 

Feli (Felicia Hargarten) ist Gründerin der internationalen DNX Bewegung. Die DNX – Digitale Nomaden Konferenz ist das größte Event für Digitale Nomaden und Online Unternehmer und findet jedes Jahr in Berlin statt. Darüber hinaus veranstaltet Feli zusammen mit ihrem Freund Marcus Meurer auch DNX Konferenzen auf Englisch und Spanisch an Orten wie Lissabon, Bangkok, Buenos Aires und Barcelona sowie DNX Coworking & Coliving Camps auf der ganzen Welt.

 

Feli arbeitet schon seit über 6 Jahren ortsunabhängig von den schönsten Orten der Welt aus und kann sich nichts mehr anderes vorstellen. Am liebsten ist sie in Brasilien, Südostasien oder Südeuropa unterwegs. Hauptsache warm.

 

Ausserdem ist Feli leidenschaftliche Kitesurferin, lebt komplett vegan und liebt Yoga und Meditation.


Warum machen wir das nicht einfach?

 

Roland: Liebe Feli, Du lebst seit Jahren an Orten, an denen andere Urlaub machen, oder zumindest davon träumen. Wann hast du dich für dieses Leben entschieden und vor allem, warum?

Feli: Ich bin super gerne in anderen Ländern und Kulturen, bin schon immer viel gereist und ein freiheitsliebender Mensch. Daher wollte ich früher am liebsten immer im Tourismus arbeiten oder in Jobs, wo man viel rumkommt. Im klassischen 9-5 Job habe ich mich gefühlt wie ein Vogel im Käfig. In das “Digitale Nomadentum” bin ich allerdings eher durch Zufall reingerutscht. Auf einem Sabbatical haben mein Freund und ich angefangen, von unterwegs aus zu arbeiten. Er wollte sich, inspiriert von der Berliner Startup Szene, selbständig machen und hatte vor Abreise noch eine UG (Anm. Unternehmergesellschaft) gegründet. Und ich hatte, für nach dem Sabbatical, schon einen Vertrag auf der Aida als Landausflugsmanager unterschrieben.

Da wir beide lange in Online Startups gearbeitet haben und ein super gutes Netzwerk hatten, sind wir plötzlich an die ersten Freelancer-Jobs gekommen. Als das erste Geld überwiesen wurde und wir in Südostasien waren, dachten wir uns: Ok, warum machen wir das eigentlich nicht einfach weiter so? Danach kam dann eins zum anderen, so dass wir vom Freelancing zu unserem eigenen Business gekommen sind.

 

Tief liegende, einschränkende Glaubenssätze loswerden

 

Roland: Hattest du damals Selbstzweifel an deinen Fähigkeiten um als Digitale Nomadin „überleben“ zu können? Wie bist du damit umgegangen und sie los geworden?

Feli: Ja, ich hatte auf jeden Fall Selbstzweifel und Angst, dass wir nicht genug Geld zum Leben verdienen. Das hatte ich sogar super lange noch und das obwohl es überhaupt keinen Grund dazu gab. Denn es gab nie einen Monat, wo wir nicht genug Geld hatten. Im Gegenteil, die Einnahmen stiegen immer mehr.

Irgendwann wurde mir dann klar, dass diese Angst wohl tiefer drinnen liegen muss und ich habe viel ausprobiert, einschränkende Glaubenssätze loswerden zu können (Limiting Beliefs). Da meine Eltern auch immer eher sparsam waren, was Geld anbelangt, hat es bestimmt auch damit zu tun. Witzigerweise ist mein Freund Marcus, mit dem ich das Business zusammen führe, komplett das Gegenteil und haut das Geld eher raus. Wir sagen immer, die Mitte von uns beiden ist wohl perfekt.

 

Roland: Viele Menschen, die in ihrem Alltag stecken, stellen sich die Frage „Soll das mein Leben sein bzw. soll das alles gewesen sein?“. Du bist diesem Alltag entkommen. Worin liegt der größte Unterschied zwischen deinem früheren und deinem heutigen Leben?

Feli: Ich bin jetzt natürlich viel freier und selbstbestimmter. Ich fand es früher furchtbar, wenn man zum Beispiel mal nicht so produktiv war, sich nicht gut gefühlt hat oder es nichts mehr zu tun gab und man trotzdem im Büro sitzen bleiben musste. Ausserdem war es langweilig, jeden Tag am gleichen Schreibtisch zu sitzen und die gleichen Leute zu sehen.

Neue Orte, Eindrücke und auch Herausforderungen geben mir immer wieder Motivation und Power. Ausserdem mag ich es gar nicht in der Stadt zu leben, Schuhe anzuziehen. Mit Winter kannst du mich auch jagen. Ich bin der perfekte Typ für tropische Inseln und Regenwald.

 

Der Key ist, in alle Lebensbereiche zu schauen

 

Roland: Tropische Inseln und Regenwald … wie cool ist das denn? Gibt es im Paradies auch mal schlechte Tage? Welche Ängste, Sorgen oder Probleme stellen sich dir trotz deines coolen Lifestyles?

Feli: Gerade am Anfang ist der Digitale Nomaden Lifestyle super anstrengend. So toll es ist die völlige Freiheit zu haben, früher oder später merkst du, dass du doch Routinen brauchst. Das kann zum Beispiel eine gute Morgen- und Abendroutine sein, die wir auch haben. Es ist auch an immer wieder neuen Orten überhaupt nicht einfach, sein Setup herzustellen: Wo wohne ich? Wie komme ich von A nach B – brauche ich einen Roller? Wo arbeite ich? Wo gibt es WiFi? Gleichgesinnte? Einen guten Supermarkt oder Friseur?

Man kann es sich vorstellen, wie an einen neuen Ort zu ziehen, wo du dir erst alles wieder aufbauen musst. Viele Menschen verwechseln das Digitale Nomadentum auch mit einer Weltreise. Wer schnell reist wird kaum ernsthaft sein Business am Laufen halten können und auch schnell ausgebrannt und gestresst sein. Viele Leute haben auch Probleme in der Hitze zu arbeiten usw.

Feli Hargarten an einem Strand in Brasilien

Mittlerweile sind wir super gut darin, unser Setup herzustellen und da wir schon seit sechs Jahren so leben, wissen wir auch einfach was ein Ort für uns haben muss, damit wir uns wohlfühlen. Ausserdem kommen wir auch immer wieder an gleiche Orte zurück die uns gefallen. Wir waren jetzt zum Beispiel vier Winter hintereinander immer im Nordosten von Brasilien.

Du darfst nicht vergessen, auch ein Leben im Paradies löst nicht zwingend all deine Probleme. Wenn du zum Beispiel gerne einen Partner hättest und das klappt nicht, du gesundheitliche Probleme hast, finanzielle Probleme usw.

 

Über die Jahre habe ich mein komplettes “Wheel of Life” optimiert

 

Also alle Lebensbereiche gleichzeitig. Denn, was nützt es dir, wenn du eine Millionen auf dem Konto hast, aber todkrank bist, weil du nur Stress hattest und dich nicht gut ernähren konntest, keinen Sport gemacht hast etc.?

Oder du lebst im Paradies, hast aber keinen Cent um dir mal ein cooles Abenteuer zu leisten, Tauchen zu gehen oder Kitesurfen. Vielleicht arbeitest du auch im Paradies für jemanden, dessen Vision, Produkt oder Dienstleistung du total langweilig findest. Dann schleppst du dich jeden Tag nur so vor den Rechner.

Der Key ist also, in alle Lebensbereiche zu schauen: Wo stehe ich? Wo will ich hin? Was tut mir gut? Was hält mich davon ab, dorthin zu kommen und sich eben um alle Bereiche gleichzeitig zu kümmern?

 

Ängste, Sorgen und Probleme sind nicht anders als “zu Hause”

 

Das klassische 9-5 Arbeitssystem im Büro macht die Leute unzufrieden. Die Zeiten ändern sich gerade rasant – auch dank dem Internet. Aber nicht nur das Arbeitssystem hat sein Verfallsdatum überschritten. Wir müssen auf vielen Ebenen umdenken. Das Gesundheitssystem behandelt nur die Symptome statt die Ursachen, das Banken-, Staaten- und Schulsystem sind überholt, Religion … Ich liebe es, diese Veränderungen mitzugestalten.

 

Roland: Dieses „in alle Lebensbereiche schauen“ finde ich besonders spannend. Hast du Methoden, die dich dabei unterstützen?

Feli: Ich bin wirklich einen sehr großen Teil meiner Ängste, Sorgen und Probleme losgeworden, in dem ich auf verschiedenen Personal Development Seminaren war, Online Kurse gemacht habe oder Techniken wie ETF (Emotional Freedom Technique) und ThetaHealing ausprobierte. Meditation war für mich auch ein großer Gamechanger. Außerdem habe ich meine Ernährung komplett umgestellt, um meine gesundheitlichen Probleme loszuwerden, habe Detox-Wochen mitgemacht, gefastet usw.

Deine innere Welt spiegelt, was im Außen (in deinem Leben) passiert. Meist ist es aber so, dass es mehrere Jahre dauert und wenn man einmal anfängt sich damit zu beschäftigen, werden wie bei einer Zwiebel, immer mehr Details sichtbar.

 

Roland: Welche Voraussetzungen, welche Eigenschaften muss jemand deiner Erfahrung nach mitbringen, um diese Zwiebel zu schälen und sein Leben grundlegend zu ändern/zu verbessern?

Feli: Viele Leute sind faul. Sie wollen etwas verändern, aber nichts dafür tun. Du musst also raus aus deinem gewohnten Umfeld und dich ins “Unbekannte stürzen”. Das macht vielen natürlich Angst. Um etwas zu verändern, musst du einfach etwas anderes tun als vorher. Beginnen tut alles bei deinen GEDANKEN. Denn Gedanken sind Energie und werden zu Materie. Extrem wichtig ist auch dein Umfeld – die Menschen mit denen du dich tagtäglich umgibst.

 

Wenn man etwas loswerden will, zieht man es erst recht an

 

Roland: Du sagst „um etwas zu verändern, musst du einfach etwas anderes tun als vorher“. Das setzt natürlich auch Disziplin voraus. Wie gehst du damit um und überwindest deinen „inneren Schweinehund“?

Feli: Im 9-5 Job war der Schmerz meiner Seele so groß, dass er die Angst übertrumpft hat. Es war für mich ein grosser Antrieb auszusteigen und nach neuen Wegen zu suchen. Ich bin generell ein Macher-Typ. Alles was ich mir in den Kopf setze, gehe ich einfach an. Wichtig dabei ist, dass du einfach erste kleine Steps machst. Insbesondere, wenn dir das große Ziel erstmal unerreichbar scheint. Ganz wichtig ist, nicht zu denken, dass du glücklich bist, wenn du das Ziel erreicht hast, sondern schon auf dem Weg dahin. Das einzige was du hast, ist immer das Hier und Jetzt. Eines meiner wichtigsten Learnings war auf jeden Fall “weder zu viel in der Zukunft noch in der Vergangenheit zu leben”.

Versuch ausserdem, nicht deinen inneren Schweinehund loszuwerden. Denn wenn man etwas loswerden will, zieht man es erst recht an. Stell dir eher vor, wie du ihn in den Arm nimmst und mit ihm tanzt. Er ist zwar noch da, aber du agierst trotzdem. Super sind natürlich auch Freunde mit einer “Macher” Mentalität. Wenn du Freunde hast, die nur vor dem Fernseher hocken und vor sich hin träumen, ist es Zeit, neue Menschen kennenzulernen. Das geht super auf Events – wie zum Beispiel auf unserer DNX – Digitale Nomaden Konferenz (www.dnx-berlin.de)

 

Dieser Lifestyle ist der Beste für mich

 

Roland: Apropos Freunde: Wie pflegst du den Kontakt zu deiner Familie und Freunden aus deinem „alten Leben“? Wie haben sich Freundschaften durch dein Leben als Digitale Nomadin verändert?

Feli: Unsere Familie im Rheinland besuchen wir zweimal im Jahr. Das war nicht anders, als wir noch in Berlin gewohnt haben. Ansonsten skypen wir oder schreiben über WhatsApp. Alle Freunde die ich habe, sind super weltoffen und freuen sich für mich, weil sie genau wissen, dass dieser Lifestyle der Beste für mich ist. Viele Freunde besuchen mich auch unterwegs, wohnen mit uns und sind oft auch selbst Digitale Nomaden geworden.

Ausserdem haben wir auch unsere große DNX Community (www.dnxcommunity.de). Da sind so viele tolle Leute drin, die wir überall auf der Welt treffen.

Meist habe ich mehr Leute um mich als mir lieb ist. Aber das haben wir uns natürlich auch jahrelang erarbeitet. Ich connecte auch super gerne mit Einheimischen in den jeweiligen Ländern.

 

Roland: Du ernährst dich seit einigen Jahren vegan. Wie hat sich dein Leben dadurch verändert? Was machst du darüber hinaus, das dein Wohlbefinden unterstützt?

Feli: Wow! Also mir geht es so viel besser seit ich vegan lebe, wirklich. Aber Achtung: Vegan ist nicht immer gleich gesund. Frittierte Pommes sind auch vegan 🙂 Ich koche eigentlich immer selbst (bis auf in Asien, da lohnt es sich meist nicht), mache mir frische Smoothies und achte darauf, dass ich möglichst unverarbeitet und Bio esse. Wenig Kohlenhydrate, wenig Fett.

Ich war früher ständig müde, selbst wenn ich lange geschlafen habe. Jetzt bin ich fit wie ein Turnschuh. Das tut so gut und wirkt sich so positiv auch auf andere Lebensbereiche aus. Zum Beispiel habe ich mehr Power fürs Business.

 

Die beste Version von mir

 

Roland: Mit dieser Power kommen wir auch schon zum Schluss vom Interview und zur Frage aller Fragen. Worin besteht für dich der Sinn des Lebens?

Feli: Die beste Version von dir zu werden – Glücklich und im Einklang mit dir selbst zu sein und darüber hinaus noch Mehrwert für andere Menschen oder Lebewesen wie Tiere oder Pflanzen zu erschaffen. Wir sind alle miteinander vernetzt. Wenn du die Natur nicht gut behandelst, oder andere Menschen, schadest du eh dir selbst gleich mit.

Was für ein Mehrwert das sein kann, ist natürlich für jeden Menschen anders und muss auch nicht nur eine Sache sein. Denn jeder Mensch ist einzigartig und es ist eine spannende Reise das herauszufinden.

 

Roland: Liebe Feli, ich danke dir für das Interview und wünsche dir weiterhin ein erfülltes und spannendes Leben!

Feli: Danke. Das wünsche ich dir und allen Lesern auch. Macht was draus!

 


Hier erfährst du mehr über Feli Hargarten oder kannst mit ihr in Kontakt treten:

Websites:

www.travelicia.de
www.dnx-berlin.de

Facebook-Gruppe: www.dnxcommunity.de

Facebook: https://www.facebook.com/feliciahargarten/
Instagram: https://www.instagram.com/feliciahargarten/

Mailadresse von Feli Hargarten: feli@dnx-berlin.de


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Timothy Ferris gilt als Gott unter jenen Menschen, die aus ihrem gewohnten (Arbeits-)Leben ausgestiegen sind. Sein Buch ist demnach Pflichtlektüre, wenn du neue Wege gehen möchtest: Die 4-Stunden-Woche *


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