Stress bewältigen anstrengend

Stress führt zu Burnout. Aber was führt zu Stress?

KRATZE NICHT AN DER OBERFLÄCHE, UM DEINEN STRESS BEWÄLTIGEN ZU KÖNNEN. GEH AUF’S GANZE!

Alle reden über Burnout und vergessen auf die Ursachen. Dann reden alle über Stress und vergessen erneut die Ursachen dafür. Und am Ende stellen wir fest, dass die Ursachen ganz andere sind als wir dachten, um unseren Stress bewältigen zu können.

Dieser Artikel hat nichts Geringeres zum Ziel, als die Definition von Stress gerade zu biegen. Nur damit erkennen wir, was wirklich hinter unserem Stress steckt und welche absurden Methoden uns zur Stressbewältigung empfohlen werden. Erfahre, was jene Menschen getan haben, die nachhaltig (!!!) ihren Stress bewältigen konnten.

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Stress bewältigen? Echt jetzt?

Die Geschichte vom Stress ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Okay, der Spruch ist von einem Werbespot aus den Neunzigern geklaut, aber er passt an dieser Stelle einfach zu gut.

Während sich die einen damit rühmen, und ihren Stress als Beweis dafür vorbringen, unabkömmlich zu sein, zerbrechen die anderen unter ihrem Stress. Dass beide dem gleichen Ziel hinterherlaufen, mag an dieser Stelle unglaubwürdig klingen, wird sich aber im Laufe des Artikels als eindeutig herausstellen.

Beide sollten ihren Umgang mit Stress klären, ansonsten ist ein Burnout so wahrscheinlich, wie das Schmelzen des Polareises aufgrund der zunehmenden Erderwärmung.

Allerdings sollte es nicht dein Ziel sein, deinen Stress bewältigen zu können. Das wäre in etwa so, als würden wir die Eisschmelze dadurch verhindern wollen, indem wir ein paar Teppiche auf der Arktis verteilen.

Nein, Stress bewältigen ist etwas ganz anderes, als gemeinhin damit in Verbindung gebracht wird. Wir müssen ganz tief graben, um die Lösung zu finden, die uns zu unserem eigentlichen Ziel bringt: Einem entspannten, befriedigenden und nach unseren Vorstellungen, aktiv gestalteten Leben.

Das Gute am Stress

Um es ganz klar auf den Punkt zu bringen: So etwas wie „positiven Stress“ gibt es nicht. Der Aufschrei einiger Leser mag - ob dieser vermeintlichen Provokation - noch so laut sein, allerdings sollten wir nichts unausgesprochen lassen, um jenen wenigen wirksamen Methoden, um Stress bewältigen zu können, auf die Spur zu kommen.

Das Gute am Stress ist einerseits, was die Natur im Grunde damit bezweckt: In Notfallsituationen werden gerade nicht benötigte Körperfunktionen auf das Notwendigste runtergefahren, damit die dadurch frei gewordene Energie jenen Bereichen zur Verfügung steht, die jetzt verdammt nochmal erledigen sollen, wofür sie geschaffen wurden. Adrenalin wird in rauen Mengen verschüttet und wir tun instinktiv nur noch eine einzige Sache: Überleben.

Andererseits weißt uns die Erkenntnis „Aha, ich habe Stress“ im Alltag darauf hin, dass wir gerade eben nicht um unser Überleben kämpfen müssen, sondern irgendetwas anderes gerade nicht stimmt. Stress schieben wir lediglich aus Gewohnheit oder aus Bequemlichkeit vor, um uns nicht damit auseinandersetzen zu müssen, was tatsächlich hinter dieser Hektik steckt.

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Stress: Zu viel vom Falschen

Positiver Stress wäre also - sofern man diesen Begriff unbedingt verwenden möchte - die korrekte Bezeichnung für eine körperliche Reaktion in Notfällen. Immerhin gibt er uns eine Chance, aus dieser bedrohlichen Nummer heil rauszukommen. Das ist doch positiv …

Alles andere ist kein Stress, sondern eine von uns Menschen missbrauchte Definition für zu viele Tätigkeiten, innerhalb zu kurzer Zeit, oftmals verbunden mit falschen Orten, falschen Tätigkeiten, ungelösten Problemen, nicht getroffenen Entscheidungen und den falschen Menschen. Weil wir nun einmal für alles eine Bezeichnung benötigen, nannten wir diese Umstände Stress und kämpfen seither gegen diese Definition, aber kaum gegen dessen wahren Ursachen.

Stress bewältigen ist stressig

Beinahe absurd wird es, wenn wir uns ansehen, mit welchen „Gegenmaßnahmen“ wir unseren Stress bewältigen wollen.

Der Besuch im Fitnessstudio, ein gutes Buch zur Entspannung, ein gemütlicher Abend mit Freunden und die Meditation zum Einschlafen. Und das alles nach einem stressigen Arbeitstag während der Woche. Als müssten wir die gleiche Energie, die uns in diese stressige Situation gebracht hat, nun dafür aufwenden, den Selbigen wieder loszuwerden.

Ganz zu schweigen von dem, was sich in Bezug auf Stress in unserem Kopf abspielt. Heute denken wir gleichzeitig daran, was morgen zu erledigen und für das bevorstehende Wochenende geplant ist. Am Wochenende denken wir bereits an den Montag, wie stressig dieser neuerlich werden wird und überhaupt an die ganzen Sorgen, die wir mit unserer Zukunft in Verbindung bringen.

Dazu kommen unsere Gefühle und Emotionen. Sie zu ignorieren oder abzustellen, ist schon um einiges schwieriger. Da braucht es härtere Geschütze, wie zum Beispiel eine Staffel Game of Thrones innerhalb weniger Stunden, kalorienreiches Essen vom bevorzugten Fast Food-Produzenten, Alkohol oder sonstige Drogen.

Zum Glück haben einige gewiefte Geschäftsleute die Zeichen der Zeit erkannt und liefern uns „lustige“ Gegenmassnahmen:

Stress bewältigen ist möglich
Was tun, um Stress bewältigen zu können?

Work-Life-Balance, Wellness und Entspannungstechniken

Zur Entspannung werden uns „Techniken“ empfohlen, um die wir uns natürlich selbst zu kümmern haben. Schließlich sind wir ja auch selbst Schuld an unserem Stress. Die Wirtschaft hat ihren Teil der Abmachung erfüllt, in dem sie Arbeitsplätze zur Verfügung stellt und dir regelmäßig ein paar Kröten überweist. Jetzt kümmere du dich gefälligst darum, dass du wieder fit wirst, um der Wirtschaft zu dienen, damit diese Arbeitsplätze schaffen und … Oh Mann, ich hab dieses Thema so satt!

Ohne hier eine Verschwörungstheorie vom Zaun brechen zu wollen, aber Dinge wie Work-Life-Balance, Wellness und Entspannungstechniken sind brillante Marketingstrategien der Wirtschaft.

Denk mal nach: Du sollst für deine Work-Life-Balance sorgen! Wie soll das gehen? Auf einer Waagschale liegt in der einen Schale „Work“ und in der anderen „Life“. Um eine Balance zwischen den beiden herzustellen, nimmst du mal hier, mal dort ein Stück weg. DU bist ja dafür verantwortlich, also kannst du auch selbst entscheiden, wieviel gerade wovon notwendig ist.

Es wird noch absurder

Am Freitag Nachmittag wirfst du dich in den Stau und machst dich auf den Weg ins Grüne, um dort ein paar Tage mit gefühlt tausend anderen Menschen, einen chlorverseuchten Pool zu teilen und wirst von Angestellten bedient, massiert und in Schlamm gesteckt, die für den Mindestlohn arbeiten, damit die dann wieder in ihre eigene Work-Life-Balance und Entspannungstechniken investieren können.

Und, machen wir uns doch nichts vor, die einzig logische und sinnvolle Entspannungstechnik wäre jene, während eines stressigen Arbeitstages einfach nach Hause zu gehen und erst wieder zu kommen, wenn du deinen angemessenen Grad der Entspannung erreicht hast. Alles andere ist Marketing.

Stress bewältigen mit Stressmanagement. Die Entstehung einer Illusion!

Klar ist das alles stark überzeichnet, aber wir reden hier auch von Stress. Einem Zustand, der dermaßen fehlinterpretiert und missbraucht wird, dass man ihm nur entgegentreten kann, indem man es ebenso auf die Spitze treibt.   

Wäre das nicht ohnehin schon genug auf die Spitze getrieben, kommt dann noch jemand und spricht von Stressmanagement. Okay, deinen Stress bewältigen war dir trotz Work-Life-Balance, Wellness und diverser Entspannungstechniken nicht möglich. Na gut, dann manage einfach deinen Stress. Mach mal ein paar ToDo-Listen, priorisiere, leg dir einige Kalender zu, organisiere, bastle ein Bitte-nicht-stören-Schild, delegiere.

Ebensowenig, wie wir die Zeit managen können, ist uns das auch bei Stress nicht möglich. Das ist doch der Inbegriff einer Illusion! Die lustigen Tools, die bei Stressmanagement Anwendung finden, sind ja durchaus okay. Allerdings sind sie wie die Warnungen auf Zigarettenpackungen. Die Leute ziehen sich dennoch weiterhin das Gift rein.

Sind wir also tatsächlich auf jener Stufe der Evolution angekommen, an der wir uns an offensichtliche, zum Himmel schreiende und teils stinkende Rahmenbedingungen anpassen, anstatt sie zu ändern?

Wir zeigen zwar mit dem Finger auf jene, die dem Klimawandel nicht mit Entschlossenheit entgegentreten, bei uns selbst ist es hingegen völlig okay, wenn wir lediglich ein bisschen Farbe verschmieren, obwohl der Abriss und Neubau ohnehin nur eine Frage der Zeit ist.

Alles bleibt, wie es ist. Nur besser!

Abriss und Neubau? „Was ist mit dem?“, wirst du dich vielleicht gerade fragen. Mal ehrlich, von dem weichgespülten Herumgeeiere zum Thema Stress bewältigen, hast du mittlerweile wohl bereits mehrere Wiederholungen gelesen oder gehört. Und doch bist du hier. Suchst vielleicht sogar nach Hilfe. Das bisher dir Empfohlene hat dich entweder nicht überzeugt oder du hast bereits deine Erfahrungen damit gemacht. Wie auch immer, ich möchte dir einen Weg zeigen, der wesentlich radikaler klingt, als er in Wahrheit ist. In jedem Fall ist er wirkungsvoll. Oder hast du schon mal jemanden glückselig schreien gehört, „Hell yeah, ich konnte mit Work-Life-Balance meinen Stress bewältigen“? Eben. Aber eins nach dem anderen.

Wir sind Löwen, die wie Mäuse leben

Wie erwähnt, eines nach dem anderen:

Entscheidungen verursachen Stress. Erst recht die daraus resultierenden Veränderungen. Erinnerungen an die Vergangenheit verursachen Stress. Erst recht die Erwartungshaltung an die Zukunft. Wir wollen schon, dass sich etwas in unserem Leben verändert, aber bitte nur im Rahmen der gewohnten Komfortzone.

Wir verteidigen einerseits das Geschaffene, unsere Routinen und die lieb gewonnenen Fixpunkte. So fies der Job auch ist, so zu Tode geritten sich die Beziehung auch anfühlt und so sehr uns der Alltag auf den Sack geht, halten wir dennoch daran fest.

Wir denken, dass uns diese Gewohnheiten so etwas wie Sicherheit geben. Dem Prinzip folgend „es könnte ja noch schlimmer kommen“, hetzen wir durch unser endliches Leben, um unendliches Glück zu erreichen - also zu erhoffen.

Diese Illusion von Sicherheit ist es, die uns davon abhält, unsere wahre Bestimmung zu leben. Vor dieser deiner wahren Bestimmung solltest du keine Angst haben. Angst sollte dir hingegen machen, noch länger diesem Gift namens Stress ausgesetzt zu sein. Wohin soll dieser Stress führen?

Es steckt so viel mehr in dir, als du vielleicht denkst. Kein Löwe war sofort der unumstrittene Anführer seiner Herde. Er musste lernen, musste Niederlagen einstecken, sich Vieles von anderen abschauen und dieses ausprobieren und jenes verwerfen. Es sind die vielen kleinen, konsequenten Schritte, die aus dir einen Löwen machen. Orientiere dich immer nur an dem nächsten, vor dir liegenden Schritt. Aber vor allem, mach folgendes:

Wie du Stress bewältigen kannst

Es sei dir dringend empfohlen, infrage zu stellen, was allgemein unter Stress bewältigen verstanden wird. Lege einfach die Frage darüber „Ist das nicht eher sich anpassen an Stress, als Stress bewältigen?“. Zum Beispiel „Stressmanagement“: Passe ich mich damit dem Stress an oder ist es Stressbewältigung?

Wenn du mit Stress wahrhaftig nichts mehr zu tun haben möchtest, dann versuche es mit folgender Vorgehensweise, die jene Menschen angewendet haben, die sich aus ihrem - aus Kompromissen und Stress bestehendem - Leben, befreit haben:

  • Komme der Leere in deinem Leben auf die Spur. Bring alles in dir an die Oberfläche, was sich nach Mangel anfühlt.
  • Gestalte eine Vision deines Lebens. Wie sollte dein Leben im Idealfall aussehen? Klammere alles aus, was momentan gegen diesen „Idealfall“ spricht.
  • Setze jeden Tag einen Schritt, eine Maßnahme, die dich näher an deine Vision heranbringt. Jede Kleinigkeit zählt, konsequent dran bleiben ist das Entscheidende. In einem Jahr, sind das sensationelle 365 Schritte und Maßnahmen.
  • Wenn du dich mit diesen drei Punkten erst einmal beginnst zu beschäftigen, kommen automatisch die - für das Erreichen deiner Vision wichtigen Voraussetzungen - hinzu: Verlangen, Vertrauen, Vorstellungskraft, Entschlossenheit und Beharrlichkeit. 

Trage deine Vision im Herzen immer mit dir herum und fokussiere deinen Verstand ausschließlich auf die nächste vor dir liegende Aufgabe. Dann ist alles möglich. Völlig entspannt. Ich weiß, wovon ich spreche!

Stress bewältigen oder Burnout

Ja, Stress führt zu Burnout! Aber was führt zu Stress? Eine ausführliche und ehrliche Auseinandersetzung mit dieser Frage führt dich zu jenen Maßnahmen, die es dir tatsächlich ermöglichen, deinen Stress bewältigen zu können und aus dieser Krise herauszukommen.

Im schlimmsten Fall erkennst du, dass du dich diesem Stress aussetzt, weil du Angst vor der Veränderung hast. Du denkst, dass du diesen Stress akzeptieren musst, weil dein Leben ansonsten komplett aus den Fugen gerät.

Im besten Fall erkennst du die Leere in deinem Leben. So paradox das klingen mag, aber hast du erst einmal erkannt, was dir im Leben fehlt, bist du deiner Erfüllung einen riesigen Schritt näher gekommen. 

Hast du ständig Stress, bist du nicht der Schöpfer deiner Realität, dann bist du von deiner Realität erschöpft. Lass das nicht zu.

Stress bewältigen ist nur ein Teil, um deinem Glück einen Schritt näher zu kommen. Schau dir doch - wenn du schon dabei bist - das große Ganze an. Erfahre, was alles möglich ist, was auf dich wartet. Und lerne, wie du erreichen kannst, was in dir nach Erfüllung schreit!

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Ly
Ly
3 Jahre her

Was mir geholfen hat:

Lebe nicht für die Arbeit, arbeite für das Leben.

Roland
Reply to  Ly
3 Jahre her

Schön, dass du zu dieser Erkenntnis gekommen bist!

froileink
3 Jahre her

Vielen Dank für deinen Beitrag! Ich habe in der Vergangenheit gemerkt, dass ich dankbarerweise mit einer großen Stresstoleranz gesegnet zu sein scheine- oder anders gesagt, nicht meine Seele leidet unter dem Stress, wohl aber mein Körper. Das bremst mich auf kurz oder lang aus. Aber vielleicht merke ich darum besonders schnell, wann ich an meine Grenzen stoße-und kann sie nur bedingt ausreizen. Jedoch sehe ich immer mehr Menschen die durch die Welt hetzen- und es macht mich traurig, da so viele erst so spät merken, was mit ihnen passiert und es schon fast zum guten Ton gehört schon mal wegen… Weiterlesen »

Roland
Reply to  froileink
3 Jahre her

Ich beneide dich um deine große Stresstoleranz! Glücklicherweise bin ich mittlerweile schon viel ruhiger und gelassener.

Ist das nicht fatal, dass es zum guten Ton gehört, wegen Überlastung auszufallen? Spätestens an diesem Punkt sollte jeder merken, dass etwas nicht stimmt …

froileink
Reply to  Roland
3 Jahre her

Ich finde diesen Trend mega schockierend und es illustriert einfach wie krank das ganze einfach ist.
Nur weil ich nicht sofort ausfalle bedeutet das ja nicht, dass es mir nichts ausmacht. Ich leite nur anders ab- bekomme körperliche Problem, die ich oft erst im nachhinein zuordnen kann. Psychisch bin ich ein bisschen wiederstandsfähiger meine konstitution setzt mir (zum Glück rechtzeitig Grenzen.