Ein Katze liegt völlig entspannt auf dem Rücken auf einer weichen Decke. Sie hat sicher kein Burnout

Was ich von meinem Burnout lernte

Burnout, Stress und Depression sind Vergangenheit

Mittlerweile fällt es mir schwer, Burnout und das damit verbundene Gefühl, als grundsätzlich schlecht zu bezeichnen. Es ist vergleichbar mit einem verschuldeten Autounfall: Ich hätte sterben können, brach mir aber nur ein Bein.


Wer ist Schuld daran, wenn ich ein Stoppschild missachte und mir ein LKW ins Auto kracht? Der LKW? Mein Auto? Oder das Stoppschild? Bei Burnout verhält es sich in Bezug auf die Schuldfrage nicht anders.

Die erste Erkenntnis von meinem Burnout

Ich bin nicht Schuld, aber verantwortlich. Und sonst niemand! Ich erkannte die Zeichen (das Stoppschild) in der Vergangenheit nicht, wollte sie nicht sehen. Die Menschen in meinem Leben, meinen Alltag, den Stress und meinen Job (das Auto), wählte ich und hielt daran fest. Das Burnout (der LKW) konnte nicht ausweichen, ich sollte an dieser Stelle, an der es mich traf, gar nicht sein.

Das ist mit Abstand die wichtigste Erkenntnis. Alle folgenden Punkte sind Ableitungen davon, die Reihenfolge ist irrelevant. Es gibt keine Priorität, sie greifen ineinander und ergeben in ihrer Summe mein neues Leben.

Es geht immer weiter

Ich erlebte Phasen in meinem Leben, in denen ich kein Geld hatte, Schulden über beide Ohren, keinen Job, Depression, und zu essen gab es ein Stück Brot.

Monatelang keinen Kontakt zu Freunden und Familie, Stress ohne Ende, keine Hoffnung, war nur noch in Gedanken, nicht mehr bei meinem Gefühl und bekam schließlich Depressionen, die mich einen Abschiedsbrief schreiben ließen.

Und doch bin ich immer noch hier. Damit will ich mich nicht als einen Helden in Strumpfhosen darstellen, ich bin ein ganz normaler Typ.

Im Zweifel Aktivität

Für mich steht absolut fest: Es geht immer irgendwie weiter. Diesen simplen Spruch verinnerlichte ich in der Vergangenheit und durch die zahlreichen Momente, in denen ich kurz vor dem Ruin stand, dermaßen, dass ich heute an ihn glaube, wie Jesus an seine Auferstehung. Es geht immer irgendwie weiter.

Ein früherer Chef, den ich bis heute über alle Maßen respektiere, sagte in herausfordernden Situationen stets einen klugen Satz: Im Zweifel Aktivität.

Im Rahmen meiner Möglichkeiten gibt es immer etwas, dass ich tun kann um meine Situation zu verbessern oder zumindest nicht zu verschlechtern. Immer. Tun.

Was ist Existentiell?

Kein Geld, kein Job, Schulden, nichts zu essen, keine Freunde, keine Familie, keine Hoffnung, Depressionen* … das alles führte dazu, dass Existenzängste meine ständigen Begleiter waren.

In der Gegend in der ich ich lebe, und ich beschränke mich dabei auf das Gebiet der Europäischen Union, muss niemand mit der Angst leben, zu verhungern, verdursten, erfrieren oder an Langeweile zu sterben.

Meine Existenzängste waren in Wahrheit Ängste, an gesellschaftlichem Status zu verlieren und/oder meine (falschen) Wünsche nicht zu erreichen.

Mein Burnout brachte mir den Unterschied zwischen „Was will ich“ und „Was brauche ich“ bei.

Besitz, Geld, Status. Ha, ha, ha

Ich wollte ein tolles Auto, ein Haus mit allem Schnickschnack, teure Klamotten, eine goldene Kreditkarte, eine erfolgreiche Karriere und dass die ganze Welt diesen Bullshit wahrnimmt. Unfassbar, dass ich jahrelang in diesen Kategorien dachte. Absolut lächerlich.

Mittlerweile folge ich meinem Gefühl. Dieses sagt mir, dass mich ein Haus, ein fetter Mercedes, ein dickes Bankkonto und die Zugehörigkeit zur oberen Mittelschicht nicht glücklich macht. Außerdem wäre der Preis, den ich bezahlen müsste, viel zu hoch.

Ich spüre heute, was ich brauche. Im Detail kann ich das gar nicht benennen. Es hat nichts mit materiellen Dingen zu tun oder Geld, Besitz. Ich brauche auch kein Lob und keine Anerkennung.

Es geht um Ruhe, mich keinem Stress auszusetzen, Unabhängigkeit, Freiheit, Harmonie, Authentizität und Freundschaft. Nein sagen, wenn ich „Nein“ spüre, ein absolutes Minimum an Kompromissen und beruflich meinem Gefühl dahingehend folgen, was ich gerne mache, was sich für mich sinnvoll anfühlt.

Ich bin ein egoistischer, liebevoller Mistkerl

Egoismus ist ein entspannter Bestandteil meines neuen Lebens. Das bedeutet nicht, dass mir alles und jeder egal ist oder ich und meine Bedürfnisse an erster Stelle kommen. Mein Ego ist Teil meiner Vergangenheit. Erledigt.

Ich folge meiner Intuition, meinem Gefühl. Fühlt sich etwas, das von mir erwartet wird, nicht gut an, empfinde ich dabei Stress, mache ich es nicht – mit allen möglichen Konsequenzen.

Viele hassen mich vermutlich dafür. Die Beziehungen zu den Menschen die mir wichtig sind, wurden in den letzten Jahren intensiver. Mein Leben wurde klarer, ich erlebe wahre Freude. Das alles, weil ich meinem Gefühl vertraue. Egoismus rockt!

Katzen haben kein Burnout

Das sind die Basics, mit denen ich mein Burnout nicht nur überwinden, sondern die ich dadurch für mein weiteres Leben lernen konnte.

Sie wurden zu einem festen Bestandteil dessen, was mich heute als Persönlichkeit ausmacht und mich motiviert.

Das Titelbild mit der Katze wählte ich, weil mich diese wunderbaren Geschöpfe faszinieren. Sie sind freiheitsliebend und egoistisch, liebevoll und authentisch, gegenwärtig und intuitiv, stressbefreit und schlau. Kurz, diese tollen Mistkerle tun was sie brauchen. Vielleicht sollten wir ein bisschen mehr wie Katzen sein.

Nächste Woche werde ich noch weiter ins Detail gehen und darüber berichten, wie mich mein fürchterliches Burnout und die Depression zu einem aufrichtigen Menschen machte.

Du musst nicht an Gott glauben, um dieses wunderbare Buch als das vielleicht wichtigste in deinem Leben zu bezeichnen. Prädikat „Lebensverändernd“: Die Hütte: Ein Wochenende mit Gott*


Titel des nächsten Artikels:

Ich bin wie ich bin


Burnout ist keine Krankheit und kann nicht geheilt werden

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