Eine Katze fragt nicht: Was ist Burnout?

Was ist Burnout und was es dich lehrt

WIE BEI ALLEN THEMEN, DIE DU NICHT SEHEN, ANFASSEN, RIECHEN UND SOMIT NICHT EINDEUTIG ERKLÄREN KANNST, STELLT SICH AUCH HIER DIE IMMER GLEICHE FRAGE: WAS IST BURNOUT?

Verständlich, dass du dein Burnout als etwas grundsätzlich Schlechtes empfindest. Auch deshalb, weil es unendlich viele Erklärungen dazu gibt, die mehr für Verwirrung als für Klärung sorgen. Deshalb solltest du dich mit der Frage Was ist Burnout? nicht zu lange aufhalten.

Was ist Burnout: Die Schuldfrage

Wer ist Schuld daran, wenn du ein Stoppschild missachtest und dir ein LKW ins Auto kracht? Der LKW? Dein Auto? Oder das Stoppschild? Bei Burnout verhält es sich in Bezug auf die Schuldfrage nicht anders.

Allerdings ist „Schuld“ das dümmste Wort, das in Verbindung mit Burnout gebraucht werden kann. So einfach ist das nicht …

Was ist Burnout: Eine Erkenntnis

Du bist nicht Schuld, aber verantwortlich. Und sonst niemand! Du erkanntest die Zeichen (das Stoppschild) in der Vergangenheit nicht, wolltest sie nicht sehen. Die Menschen in deinem Leben, deinen Alltag, den Stress und deinen Job (das Auto), wähltest du und hast daran festgehalten.

Das Burnout (der LKW) konnte nicht ausweichen. Du solltest an dieser Stelle, an der es dich traf, gar nicht sein.

Das ist mit Abstand die wichtigste Erkenntnis. Alle folgenden Punkte sind Ableitungen davon, die Reihenfolge ist irrelevant. Es gibt keine Priorität, sie greifen ineinander und führen dich in ihrer Summe aus diesem Abgrund heraus.

Was ist Burnout? Eine gute Frage
Du sollst dort nicht sein, wo dich dein Burnout traf

Was ist Burnout: Es geht immer weiter

Lass mich kurz aus meinem Leben erzählen: Ich erlebte Phasen, in denen ich kein Geld hatte, Schulden über beide Ohren, keinen Job und zu essen gab es ein Stück Brot.

Monatelang keinen Kontakt zu Freunden und Familie, Stress ohne Ende, keine Hoffnung, war nur noch in Gedanken, nicht mehr bei meinem Gefühl und bekam schließlich Depressionen, die mich einen Abschiedsbrief schreiben ließen.

Und doch bin ich immer noch hier. Damit will ich mich nicht als einen Helden in Strumpfhosen darstellen, ich bin ein ganz normaler Typ.

Es mag jetzt gerade unglaublich für dich klingen, aber du bist nicht am Ende. Es beginnt gerade. Keine Angst, das ist gut!

Was ist Burnout: Im Zweifel Aktivität

Für mich steht absolut fest: Es geht immer irgendwie weiter. Diesen simplen Spruch verinnerlichte ich in der Vergangenheit und durch die zahlreichen Momente, in denen ich kurz vor dem Ruin stand, dermaßen, dass ich heute an ihn glaube, wie Jesus an seine Auferstehung. Es geht immer irgendwie weiter.

Ein früherer Chef, den ich bis heute über alle Maßen respektiere, sagte in herausfordernden Situationen stets einen klugen Satz: Im Zweifel Aktivität.

Im Rahmen meiner Möglichkeiten gibt es immer etwas, für das ich mich entscheiden kann um meine Situation zu verbessern oder zumindest nicht zu verschlechtern. Immer. Tun.

Was ist existenziell?

Kein Geld, kein Job, Schulden, nichts zu essen, keine Freunde, keine Familie, keine Hoffnung, Depressionen … das alles führte dazu, dass Existenzängste meine ständigen Begleiter waren.

In der Gegend in der ich ich lebe, und ich beschränke mich dabei auf das Gebiet der Europäischen Union, muss niemand mit der Angst leben, zu verhungern, verdursten, erfrieren oder an Langeweile zu sterben.

Meine Existenzängste waren in Wahrheit Ängste, an gesellschaftlichem Status zu verlieren und/oder meine (falschen) Wünsche und Ziele nicht zu erreichen.

Mein Burnout brachte mir den Unterschied zwischen „Was will ich“ und „Was brauche ich“ bei.

Besitz, Geld, Status. Ha, ha, ha

Ich wollte ein tolles Auto, ein Haus mit allem Schnickschnack, teure Klamotten, eine goldene Kreditkarte, eine erfolgreiche Karriere und dass die ganze Welt diesen Bullshit wahrnimmt. Unfassbar, dass ich jahrelang in diesen Kategorien dachte. Absolut lächerlich.

Mittlerweile folge ich meinem Gefühl. Dieses sagt mir, dass mich ein Haus, ein fetter Mercedes, ein dickes Bankkonto und die Zugehörigkeit zur oberen Mittelschicht nicht glücklich macht. Außerdem wäre der Preis, den ich bezahlen müsste, viel zu hoch.

Ich spüre heute, was ich brauche. Im Detail kann ich das gar nicht benennen. Es hat nichts mit materiellen Dingen zu tun oder Geld, Besitz. Ich brauche auch kein Lob und keine Anerkennung.

Es geht um Ruhe, mich keinem Stress auszusetzen, Unabhängigkeit, Freiheit, Harmonie, Authentizität und Freundschaft. Nein sagen, wenn ich „Nein“ spüre, ein absolutes Minimum an Kompromissen und beruflich meinem Gefühl dahingehend folgen, was ich gerne mache, was sich für mich sinnvoll anfühlt.

Ich bin ein egoistischer, liebevoller Mistkerl

Egoismus ist ein entspannter Bestandteil meines neuen Lebens. Das bedeutet nicht, dass mir alles und jeder egal ist oder ich und meine Bedürfnisse an erster Stelle kommen. Mein Ego ist Teil meiner Vergangenheit. Erledigt.

Ich folge meiner Intuition, meinem Gefühl. Fühlt sich etwas, das von mir erwartet wird, nicht gut an, empfinde ich dabei Stress, mache ich es nicht – mit allen möglichen Konsequenzen.

Viele hassen mich vermutlich dafür. Die Beziehungen zu den Menschen die mir wichtig sind, wurden in den letzten Jahren intensiver. Mein Leben wurde klarer, ich erlebe wahre Freude. Das alles, weil ich meinem Gefühl vertraue. Egoismus rockt!

Katzen haben kein Burnout

Das sind die Basics, mit denen ich mein Burnout nicht nur überwinden, sondern die ich dadurch für mein weiteres Leben lernen konnte.

Sie wurden zu einem festen Bestandteil dessen, was mich heute als Persönlichkeit ausmacht und mich motiviert.

Das Titelbild mit der Katze wählte ich, weil mich diese wunderbaren Geschöpfe faszinieren. Sie sind freiheitsliebend und egoistisch, liebevoll und authentisch, gegenwärtig und intuitiv, stressbefreit und schlau. Kurz, diese tollen Mistkerle tun was sie brauchen. Vielleicht sollten wir ein bisschen mehr wie Katzen sein.

Nächste Woche werde ich noch weiter ins Detail gehen und darüber berichten, wie mich mein fürchterliches Burnout und die Depression zu einem aufrichtigen Menschen machte.

Burnout hat viel mit Druck zu tun! Druck, den du selbst erzeugt hast. Befreie dich von diesem Druck und werde frei - mit diesem Buch!

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Sandra Liane BraunRoland Neueste Kommentare von Autoren
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Sandra Liane Braun
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Lieber Roland,

was für ein genialer Beitrag! Dein bildhafter Vergleich LKW – Auto – Stoppschild in Verbindung mit Schuld und Verantwortung: Sehr klar!
Ich freue mich sehr darüber, wie offen und ehrlich du hier schreibst!
Alles Gute für dich.

Herzliche Grüße
Sandra

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