Was tun bei Burnout, lieber Chef?

Es ist eine Schande, dass wir uns überhaupt mit der Frage – Was tun bei Burnout? – auseinandersetzen müssen

Warnschilder gibt es in Unternehmen zu Genüge. Eigenartig, dass das Wichtigste fehlt: Was tun bei Burnout?

Erfahre im Artikel, was auf diesem Schild stehen müsste und was du selbst tun kannst, um nicht in die Burnout-Falle zu tappen. Bist du bereit, in fünf Minuten deine persönliche Revolution zu starten? 


 

Die Frage aller Fragen: Was tun bei Burnout

Sie saßen an einem großen Designertisch. Die Manager schaukelten nervös in den Designerdrehstühlen, die auf einem exklusiven Teppich standen. Jeder ihrer Anzüge war so teuer, wie zehn Stunden Psychotherapie.

Vor ihnen lag ein von einem Abteilungsleiter verfasstes Memo. Dessen Inhalt erklärte er anhand einer Powerpoint-Präsentation.

„Der Mitarbeiter fiel in letzter Zeit durch eine erhöhte Fehlerquote auf. Ich wollte vor einiger Zeit mit ihm darüber sprechen, allerdings kam ich aufgrund der vielen Projekte bis heute nicht dazu.“

Als der sichtlich verschwitzte Abteilungsleiter zum Ende seiner Präsentation kam, breitete sich allgemeine Betroffenheit aus.

„Seine Frau teilte uns mit, dass er gestern mit dem Krankenwagen eingeliefert wurde, nachdem sie ihn bewusstlos im Garten vorfand. Die Ärzte diagnostizierten keine gravierenden körperlichen Schäden. Sie sprechen von einem Burnout.“

Die letzte Folie trug den dramatischen Titel: Was tun bei Burnout?

 

Wie fühlt sich ein Gefangener?

 

Der Arbeitsplatz als Todeszelle

Gut, die Überschrift klingt übertrieben, obwohl … Viele Menschen sind an ihrem Arbeitsplatz in einer Verfassung, die mit dem Begriff Leben im Grunde nicht viel gemeinsam hat.

Am Sonntagabend beginnt sich bei dem Gedanken an den Start der neuen Arbeitswoche, alles im Körper anzuspannen. Die Gesichter, die du an einem Montag auf dem Weg zur Arbeit beobachtest, sprechen Bände.

Spätestens am Mittwoch ist der Grad der Sehnsucht nach dem Wochenende mit dem Gefühl chronischer Verstopfung vergleichbar. Das Alles ist von Leben so weit entfernt, wie eine Wurzelbehandlung von einer Thai-Massage.

Dafür sind vor allem die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und viele Unternehmen verantwortlich, die diese neuzeitliche Sklavenhaltung damit rechtfertigen, Jobs und somit Wohlstand zu schaffen. Was für ein perfider Bullshit. Die Schlimmsten sind jedoch ganz Andere

 

Der Boss, der Zuhälter

Eigentümer von Unternehmen, Aktionäre oder sonstige Firmenbeteiligte sind mir ziemlich egal. Die trafen für sich längst die Entscheidung, geldgierige Säcke zu sein die selbst ihre Mutter für ein paar zusätzliche Euros auf den Strich schicken würden.

Du bist gemeint, der Abteilungsleiter, der Personalchef, der Vorgesetzte von Mitarbeitern und der Typ, der die nächste Stufe der Karriereleiter anvisiert, wie ein verdammter Großwildjäger einen im Schatten liegenden, wehrlosen Löwen.

Es ist dir nicht bewusst, du bist selbst auf einem Highway to hell, auf deinem Weg in ein Burnout. Solange du noch fit bist, trittst du lieber nach unten um die Vorgaben von oben zu erfüllen und um den braunen Ring um deinen Hals schön schmierig zu halten. Weißt du was?

 

Du hast mein vollstes Verständnis

Ich war mal wie du. Ein Weißhemd mit Krawatte in teuren Anzügen. Durch jahrelanges, überdurchschnittliches Engagement und strategischem Arschkriechen erlangte ich zu jenem bisschen Macht, dass mich Mitarbeiter führen lies.

Ich verstand das mit dem Führen jedoch völlig falsch. Führen bedeutet, die mir zugeteilten Mitarbeiter zu befähigen, damit sie die ihnen zugeteilten Aufgaben ordentlich erfüllen können.

Das bedeutet, dass ich sie in dem Ausmaß belasten kann, das sie imstande sind zu bewältigen. Nicht weniger, aber ich verlangte mehr. Erst durch mein eigenes Burnout wurde ich mir der Gefahr bewusst, in den Widerspruch von Mensch sein und Vorgesetzter sein zu geraten. War es bereits zu spät?

 

Schau dir in die Augen, Kleiner

Deshalb blicke ich heute mit absoluter und ehrlicher Verachtung auf diesen Menschen zurück der ich war. Zu spät erkannte ich, dass ich mich einem System hingab, dass mich selbst lediglich als ein verdammtes Arbeitstier betrachtete und somit zu einem Teil dieses beschissenen Systems wurde.

Glücklicherweise war es nicht zu spät, diesem ausbeuterischem Apparat zu entkommen. Auch für dich, lieber Vorgesetzter, gibt es noch eine Chance.

Ich empfehle dir dringend, sämtliche Spiegel in deiner Umgebung abzumontieren. Dir selbst in die Augen zu sehen könnte zu chronischen gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. Schau stattdessen genau in die Augen deiner Mitarbeiter. Dort findest du die Antwort auf die Frage „Bin ich ein guter Mensch?“.

Du sagst: „Wenn ich den Job nicht nach den Unternehmensvorgaben erledige, den Druck nicht an die Mitarbeiter weitergebe, macht’s ein Anderer“ und bist überzeugt, dass du damit die coolste aller Ausreden gefunden hast.

Wie erwähnt, erledige schleunigst die Sache mit den Spiegeln und sorge in deinem Unternehmen für Folgendes:

 

Stellt endlich die richtigen Warnschilder in Unternehmen auf

 

Warnschilder in Unternehmen: Was tun bei Burnout?

Sicherheitshinweise, Brandschutzbestimmungen, Kleidervorschriften, Verhaltensregeln … dergleichen findet sich zuhauf in Betriebsstätten und Bürogebäuden. Was wir nicht finden sind Hinweise, die Mitarbeiter vor einem Burnout schützen.

 

Folgende Warnhinweise sollten verpflichtend in allen Unternehmen großflächig ausgehängt werden:

    • Kündigen Sie Ihren Job bei uns! Wir haben Sie eingestellt, als Sie noch ein Mensch waren und machten Sie zu einem Teil der immer kleiner werdenden Summe, in der sämtliche Personalkosten zusammengeführt sind.
    • Wenn Sie nicht kündigen: Machen sie Ihrem Vorgesetzten unmissverständlich klar, dass Sie unter diesen Rahmenbedingungen nicht mehr arbeiten möchten.
    • Machen Sie Dienst nach Vorschrift. Kommen Sie um 8, machen Sie eine Stunde Mittagspause und gehen Sie um 17 Uhr nach Hause.
    • Erledigen Sie Ihre Arbeit auf eine Art und Weise, die Sie nicht stresst.
    • Werden Sie von Ihrem Vorgesetzter ermahnt, dass Sie zu wenig leisten, geloben Sie Besserung, ändern Sie allerdings nichts an Ihrem Verhalten und machen Sie weiterhin Dienst nach Vorschrift.
    • Wiederholen sie dieses Vorgehen bei neuerlichen Ermahnungen.
    • Verweigern Sie Überstunden mit dem Hinweis auf private Verpflichtungen. Diskutieren Sie nicht, wiederholen Sie immer wieder, dass Sie etwas ausgemacht haben.
    • Gehen Sie bei physischen und/oder psychischen Beschwerden zum Arzt und lassen Sie sich krank schreiben.
    • Werden Sie sich darüber im Klaren, dass Sie für den Traum eines Anderen arbeiten, keinesfalls für Ihren Eigenen. Macht es wirklich Sinn, sich Ihren Arsch für die Träume eines Anderen aufzureißen?
    • Seien Sie versichert, dass Ihr Leben weitergehet, sollten Sie diesen verdammten Job verlieren. Wir finden bestimmt einen anderen Deppen, der sich den Arsch aufreißt, damit wir weiterhin unseren Ego-Trip ausleben können.
    • Sie sind ersetzbar. Das ist nicht böse gemeint, es ist eine Tatsache.
    • Stellen Sie sich möglichst bildhaft vor, was Sie gewinnen, wären Sie von diesem Job befreit.
    • Kündigen Sie, schmeißen Sie Ihrem Vorgesetzten Ihre Krawatte oder Ihre Arbeitsunterlagen auf seinen Schreibtisch. Tun Sie das mit den begleitenden Worten: „Endlich bin ich hier raus. Es tut mir leid, dass Sie weiterhin in diesem Loch ihrem Ego einen runterholen müssen“.
    • Verabschieden Sie sich von Ihren Kollegen, weisen Sie mit Nachdruck auf diese Warnungen hin. Nicht, dass sich in diesem Saftladen demnächst ein Anderer ein Burnout einfängt.
    • Ändern Sie trotz dieser Warnungen nichts an Ihrer Situation, seien Sie sich darüber im Klaren, dass Sie ganz alleine Schuld an Ihrem Zustand sind.

 

Sei kein Esel!

 

Was tun bei Burnout ist eine Frage der Intelligenz

Wenn du nach einer Flasche Wodka dein Auto um einen Baum wickelst, wirst du eines frühen Tages die Ursache für diesen Unfall finden. Bekommst du einen Stromschlag, weil du bei der Montage einer neuen Deckenleuchte den Strom nicht abgeschaltet hast, bist du um eine Erkenntnis reicher.

Schlitterst du in ein Burnout, weil du dein Leben mit Stress zugeschissen hast, tja, was war wohl die Ursache?

Damit wir uns richtig verstehen: Niemand ist vor Situationen gefeit, die einem das Leben richtig versauen können. Wie oft sind wir dem Geld nachgelaufen, sind der Aussicht auf ein wenig Lob verfallen oder arbeiteten bis zum umfallen, weil wir es allen zeigen wollten. Oder ist das tatsächlich nur mir passiert?

Die für dich richtige Lebensweise zu erkennen ist nichts Geringeres, als die Antwort auf die Frage: Bin ich erwachsen oder bin ich ein Vollidiot?

 

Verantwortungslosigkeit führt zur Frage: Was tun bei Burnout?

Wir geben Geld, Besitz, Status, Anerkennung und den gesellschaftlichen Konventionen eine viel zu große Bedeutung. Darauf macht dich dein Burnout aufmerksam.

Für deine Lebensqualität bist ausschließlich du selbst verantwortlich. Erlebst du Schönes, hast du die entsprechenden Rahmenbedingungen dafür geschaffen. Fühlt sich dein (Arbeits-)Leben mies an …

 

Gehe ein paar Schritte zurück und beschäftige dich mit folgenden Fragen:

    • Burnout ist würdelos! In einem Burnout bist du nicht der Mensch, der du einst werden wolltest. Wie viel bist du dir selbst, wie viel ist dir deine Würde wert?
    • Warum machst du diesen miesen Job? Denkst du, du hättest keine Alternativen, zu geringe Fähigkeiten, bist du zu faul um dich nach einem anderen Job umzusehen?
    • Wie wichtig ist dir Geld? Denkst du, du müsstest unter einer Brücke schlafen, würdest du weniger verdienen?
    • Brauchst du Sachen oder ein zufriedenes Leben? Mal ehrlich: Wir bekommen deshalb Geld für Arbeit, damit wir es für irgendwelches Zeug ausgeben, wodurch die Bosse wiederum ihren Luxus ficken können, nicht? Wir wurden zu Konsumtrotteln erzogen …
    • Wie weit bist du von einem zufriedenen Leben entfernt? Ist die Distanz mit Jener zum Mars vergleichbar, komm schleunigst in die Gänge.
    • Was ist das Schlimmste das dir passieren könnte, würdest du morgen deinen Job kündigen?
    • Damit wir uns richtig verstehen: Wir sind nicht auf diesem Planeten um Geld zu verdienen und um für die Realisierungen der Träume eines Anderen zu arbeiten. Auf deinem Sterbebett wirst du dir nicht auf die Schulter klopfen und dich mit Tränen in den Augen darüber freuen, die Träume deiner Chefs erfüllt zu haben. Wir sind aus einem anderem Grund hier …

 

Was tun bei Burnout? Revolution

Wir, die Menschheit, verbesserten unsere Lebenssituation, indem wir aufstanden und das einforderten, was wir für ein würdevolles Leben benötigten.

Die Zeit der großen Revolutionen, bei denen Menschenmassen auf die Straßen gingen, scheinen vorbei zu sein. Wir leben allerdings in einer Ära, in der jeder Einzelne seine eigene Revolution starten kann.

Du brauchst keine Masse, die mit Schildern und Knüppeln gegen die Bosse revoltiert. Diese Masse ist mittlerweile schwerfällig wie ein riesiger Öltanker, der geschickt von den Mächtigen dieser Welt gesteuert wird. Ich mache hier keinen auf Verschwörungstheorie. Schau dir an, wie viele Gesetze gegen den Willen der Mehrheit beschlossen werden und beweise mir das Gegenteil.

Sei deine eigene Revolution, dein eigener Che Guevara und sag NEIN zu diesem System. Dieses System, das dich nicht als Menschen schätzt sondern lediglich deine Arbeitskraft, deine Wertschöpfung berechnet.

Solange du mitspielst, den Bossen deinen nackten Arsch entgegenstreckst, lebst du auf dem Würdeniveau eines im Mittelalter gehandelten Wanderarbeiters.

Stell dir nicht die Frage Was tun bei Burnout?, beginne sofort Schritte in Richtung Freiheit und Unabhängigkeit zu setzen. Du bist ein Mensch, verhalte dich wie Einer!

 



 

Was tun bei Burnout? Diese Frage stellen sich zu viele Menschen viel zu spät. Die wunderbare Noémie Walser tat genau das! Darüber hinaus veröffentlichte sie einen Gastartikel bei mir. Und, am Wichtigsten: Sie hat ein Buch geschrieben: Es kommt schon gut!: Wie ich aus meiner Krise wachse und psychische Gesundheit finde *

 


Titel des nächsten Artikels:

Gastartikel von Simone: Perfektionismus und seine Folgen


Buchempfehlungen

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Folge mir, ich würde mich freuen:

5 Gedanken zu „Was tun bei Burnout, lieber Chef?&8220;

  1. Ich erkenne so vieles in den Posts wieder! Heute geht’s mir besser als je zuvor im Arbeitsleben – wenig Geld, aber unbezahlbar ein selbstbestimmtes Leben!
    Nachdem ich pensioniert wurde ging’s mir nicht sofort besser, da ich ein Mega-schlechtes Gewissen hatte, als auch noch meine langjährige Beziehung für mich sehr schmerzhaft gescheitert war, ging’s sehr langsam bergauf. Heute lebe ich meinen Traum und bin unendlich dankbar dafür!

    1. Ich freue mich so unfassbar für dich, liebe Martina und auch über deinen Kommentar!

      Klar, es dauert meist etwas Zeit, bis sich wieder alles einspielt, aber du zeigst, dass es möglich ist seinen Traum zu leben!

      Das ist einfach wunderbar!

      Liebe Grüße
      Roland

  2. Ich hatte letztes Jahr ein Burnout, wie du auf meiner Seite verfolgen kannst. Gut, geht es mir noch immer nicht, aber ich arbeite wieder. Ich habe meine Arbeitszeiten reduziert.
    Jetzt werden Überstunden verlangt. Klar, gegen ein paar Überstunden habe ich nichts, aber es ist schon soweit, dass ich eingetragen werde ohne dass es vorher mit mir abgesprochen wird!

    1. Genau so etwas ärgert mich maßlos! Deine Situation zeigt, wie wenig der Mensch wert ist und alles der Gier des Unternehmens untergeordnet wird.

      Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass du einen Weg aus diesem Dilemma findest. Deine Lebensqualität steht an erster Stelle – die Bosse haben kein Recht, dich krank zu machen!

      Alles Gute!

      Liebe Grüße
      Roland

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